Fahrtkostenzuschuss statt Gehaltserhöhung

Viele Arbeitgeber belohnen gute Leistungen ihrer Mitarbeiter mit einer Gehaltserhöhung. Doch oft lohnt die sich gar nicht, denn ein höheres Gehalt bedeutet auch höhere Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Als Alternative können Gehaltskostenextras, die entweder steuerbegünstigt oder sogar steuerfrei sind, gegeben werden, wie beispielsweise eine Fahrtkostenbezuschussung.

Fahrtkostenzuschuss als Alternative zur Gehaltserhöhung
Fahrtkostenzuschuss als Alternative zur Gehaltserhöhung

Göttingen, 28.12.2015 – Mit dem Fahrtkostenzuschuss können Arbeitgeber die Kosten für die Fahrt von Mitarbeitern zwischen Arbeitsstätte und Wohnung (teilweise) erstatten. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, stellen wir Ihnen nun vor:

Barzuschuss

Bei dem Barzuschuss handelt es sich um einen Pauschalbetrag, den der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern pro Kalendermonat zusätzlich zum vertraglich vereinbarten Gehalt auszahlt. Dieser Zuschuss ist gemäß § 40 II 2 EStG (Einkommensteuergesetz) mit 15 Prozent pauschal zu versteuern und in der Sozialversicherung nach § 1 I Nr. 3 SvEV (Sozialversicherungsentgeltverordnung) beitragsfrei.

Der Bundesfinanzhof gibt allerdings vor, dass es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers handeln muss (BFH, Urteil v. 19.09.2012, Az.: VI R 54/11). Auch darf der Zuschuss den Betrag nicht übersteigen, den der Beschäftigte – ohne die Pauschalversteuerung – als Werbungskosten von der Steuer hätte abziehen können. Außerdem muss der Arbeitgeber den pauschal versteuerten Barzuschuss nach § 41b I Nr. 7 EStG auf der Lohnsteuerbescheinigung gesondert ausweisen, da der Betrag dem Beschäftigten auf die Entfernungspauschale angerechnet wird, vgl. § 40 II 3 EStG.

Jobticket

Eine andere Möglichkeit ist, den Mitarbeitern vergünstigte Fahrtickets für öffentliche Verkehrsmittel, wie Bus oder Bahn, zu gewähren. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass Rabatte des Verkehrsunternehmens, wie z.B. ein Mengenrabatt, bei der Festlegung des geldwerten Vorteils nicht mitzurechnen sind, vgl. § 8 II 1 EStG. Die Vergünstigung durch den Chef ist jedoch ein geldwerter Vorteil, der nach § 40 II 2 EStG pauschal mit 15 Prozent zu versteuern und nach § 41b I Nr. 7 EStG gesondert in der Lohnsteuerbescheinigung auszuweisen ist.

Übersteigt der geldwerte Vorteil allerdings nicht 44 Euro brutto im Monat, kann das vom Arbeitgeber erworbene Jobticket auch als steuerfreier Sachbezug nach § 8 II 11 EStG angegeben werden. Dann empfiehlt es sich Monatsfahrkarten auszuhändigen, da der geldwerte Vorteil dem Mitarbeiter mit dem Erwerb bzw. der Überlassung des Tickets zukommt. Eine Jahresfahrkarte würde den 44 Euro-Freibetrag weit überschreiten und der Arbeitgeber müsste die Kosten für das Jahresticket voll als zusätzlichen Arbeitslohn versteuern.

Ist der Arbeitgeber selbst Verkehrsträger, gilt allerdings § 8 III EStG. Das bedeutet, dass ein kalenderjährlicher Rabatt von bis zu 1080 Euro steuerfrei bleibt. Alle Beträge, die darüber hinaus gehen, sind allerdings voll zu versteuern, da § 40 II 2 EStG hier nicht anwendbar ist.

Benzingutscheine

Der Arbeitgeber kann an seine Mitarbeiter auch Benzingutscheine/Tankgutscheine ausgeben. Beträgt der Gutscheinwert nicht mehr als 44 Euro, liegt nach § 8 II 11 EStG ein steuerfreier Sachbezug vor. Allerdings darf der Angestellte ausschließlich den Gutschein und nicht die Auszahlung des Gutscheinwerts verlangen (BFH, Urteile v. 11.11.2010, Az.: VI R 41/10, VI R 27/09). Denn dabei würde es sich um Barlohn handeln, der nach § 8 II 11 EStG nicht berücksichtigt werden kann. Wird die Freigrenze von 44 Euro überschritten, ist der Sachbezug voll zu versteuern.

Der Sachbezug gilt nicht nur dann, wenn der Arbeitnehmer eine elektronische Karte erhält, die er nach dem Tanken bei einer Vertragstankstelle vorlegen muss, sondern auch, wenn der Beschäftigte auf eigene Kosten tankt und sich diese später erstatten lässt (BFH, Urteile v. 11.11.2010, Az.: VI R 41/10, VI R 27/09).

Dienstwagen

Eine andere Variante des Fahrtkostenzuschusses ist ein Dienstwagen. Darf der Arbeitnehmer diesen auch privat nutzen, liegt ein zu versteuernder geldwerter Vorteil vor – wenn der Arbeitgeber die Gesamtkosten trägt. Und zwar unabhängig davon, ob und in welchem Umfang der Beschäftigte von seinem Nutzungsrecht Gebrauch macht (BFH, Urteil v. 21.03.2013, Az.: VI R 46/11). Für die Besteuerung gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Die 1-%-Regelung kann dann zum Einsatz kommen, wenn der Dienstwagen zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird. Dabei muss der Nutzungsvorteil gemäß § 8 II 2 – 5 EStG i.V.m. § 6 I Nr. 4 Satz 2 EStG monatlich mit einem Prozent des inländischen Bruttolistenneupreises des Dienstwagens als steuerpflichtiger Arbeitslohn pauschal versteuert werden. Außerdem erhöht sich die Lohnsteuer bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.
  2. Durch die Fahrtenbuchmethode wird der geldwerte Vorteil mit den tatsächlich entstandenen Ausgaben angesetzt, wie beispielsweise Benzinkosten, Kfz-Steuer oder Versicherung. Dabei müssen die Kosten durch Vorlage sämtlicher Belege sowie eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuchs nachgewiesen werden. Ferner ist zu beachten, dass ein unterjähriger Wechsel von der 1-%-Regelung zur Fahrtenbuchmethode für dasselbe Kfz nicht möglich ist (BFH, Urteil v. 20.03.2014, Az.: VI R 35/12).