Fragen rund ums Weihnachtsgeld

Weihnachten steht vor der Tür und die letzten Geschenke für die Liebsten werden besorgt. Da kam das Weihnachtsgeld für viele Arbeitnehmer gerade recht. Doch wer bekommt eigentlich Weihnachtsgeld? Wie hoch ist es und muss es versteuert werden? Und handelt es sich beim Weihnachtsgeld um das sogenannte 13. Gehalt?

Göttingen, 13.12.2016 – Rechtlich betrachtet ist das Weihnachtsgeld ein zusätzliches Entgelt, das der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber gezahlt bekommt. Meist geschieht dies im November zusammen mit dem monatlichen Gehalt.

Dabei gibt es aber kein allgemeines Recht auf Weihnachtsgeld. Es wird nur dann gezahlt, wenn es im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag festgelegt wurde. Es spielt allerdings keine Rolle, ob der Arbeitnehmer Voll- oder Teilzeit arbeitet, einen Minijob hat oder sich noch in der Ausbildung befindet.

Die Höhe des Weihnachtsgeldes hängt ganz vom Arbeitgeber ab, eine Pauschale oder einen bestimmten Prozentsatz gibt es nicht. Viele Angestellte erhalten als Höchstgrenze ein Brutto-Monatsgehalt als Sonderzahlung. Abhängig von Branche, Unternehmen oder Dauer der Betriebszugehörigkeit fällt das Weihnachtsgeld unterschiedlich hoch aus.

Auf das Weihnachtsgeld entfallen, ebenso wie auf das reguläre Gehalt, Steuern und im Rahmen der Beitragsbemessungsgrenze auch Sozialabgaben.

Weihnachtsgeld = 13. Monatsgehalt?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Weihnachtsgeld und 13. Monatsgehalt oft gleich bedeutend verwendet. Allerdings gibt es einen großen Unterschied. Denn das Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers. Dagegen ist das 13. Monatsgehalt eine festgelegte Gehaltserhöhung und Entgelt für erbrachte Arbeitsleistung.

Im Falle einer Kündigung vor Jahresende würde das 13. Gehalt anteilig auf das Kalenderjahr verteilt und ausgezahlt werden. Das Weihnachtsgeld müsste unter Umständen sogar an das Unternehmen zurück gezahlt werden. Dafür hat das Bundesarbeitsgericht eine Stichtagregelung und folgende zeitliche Grenzen gezogen:

  • Bei einem Weihnachts­geld bis zu einer Höhe von 100 Euro ist eine Rück­zahlungs­verpflichtung generell unzulässig und damit eine Rückforderung ausgeschlossen.
  • Bei einem Weihnachts­geld zwischen 101 Euro und einem Monats­gehalt darf eine Rück­zahlungs­verpflichtung bis zum 31. März des Folgejahres bestehen. Eine Rückforderung ist somit ausgeschlossen, wenn der Arbeitnehmer bis zu diesem Datum im Unternehmen beschäftigt ist, unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer bereits eine Kündigung ausgesprochen hat.
  • Bei einem Weihnachts­geld in Höhe von einem oder mehr Monats­gehältern darf der Stichtag für eine Rückzahlungs­verpflichtung bis zum 30. Juni verlängert werden.

Kürzung bei Krankheit

Ist ein Arbeitnehmer über längere Zeit krank geschrieben, kann es vorkommen, dass das Weihnachtsgeld entsprechend der Krankheitstage gekürzt wird. Ob das rechtlich zulässig ist, sind sich die Arbeitsgerichte nicht einig.

So spielt es beispielsweise eine Rolle, ob das Weihnachtsgeld komplett freiwillig vom Arbeitgeber gezahlt wurde. Ist das der Fall, kann er ganz über die Höhe und das Ob bestimmen. In anderen Fällen wird es von den Arbeitsgerichten entweder befürwortet, dass das Weihnachtsgeld entsprechend der Krankheitsdauer gekürzt werde, andere sehen darin eine Bestrafung des erkrankten Arbeitnehmers.

Ob das Weihnachtsgeld gekürzt werden kann, ist also vom Arbeitgeber und den getroffenen Vereinbarungen abhängig. Im Zweifelsfall sollte diese Frage im Einzelfall geklärt werden.