Das Dienstfahrrad leasen und erwerben

Immer mehr Arbeitnehmer fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Dabei besteht die Möglichkeit das Dienstfahrrad zu leasen und im Anschluss auch zu erwerben. Worauf Sie steuerlich achten müssen, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Göttingen, 26.09.2017 – Immer mehr Unternehmen ermöglichen es ihren Mitarbeitern mit einem Elektro-Fahrrad zur Arbeit zu fahren. In der Regel werden die Leasingraten für das Fahrrad vom Arbeitgeber gezahlt. Auch Versicherung und Wartung werden übernommen. Oft finanziert der Arbeitnehmer im Wege der Gehaltsumwandlung die Leasingrate des Bikes. Dadurch sinkt sein versteuerndes Einkommen und zusätzlich spart der Arbeitgeber Lohnnebenkosten.

Möchte der Arbeitnehmer das Fahrrad auch privat nutzen, muss er einen geldwerten Vorteil versteuern.

Leasing-Vertrag läuft 36 Monate

Anbieter von Dienstfahrrädern werben damit, dass der Arbeitnehmer nach Beendigung der Leasing-Laufzeit das Fahrrad zu günstigen Konditionen kaufen kann. Oft für nur etwa zehn Prozent des Neupreises. Dabei ist der niedrige Kaufpreis bereits in den Leasingraten berücksichtigt. Nach Ende des 36-monatigen Leasing-Vertrags ist das Firmenrad nur noch die Hälfte wert. Erwirbt nun ein Mitarbeiter das Fahrrad für nur 10 Prozent des Werts, entsteht für ihn ein Steuervorteil von 40 Prozent. Allerdings gegenüber dem Leasingunternehmen und nicht dem Arbeitgeber.

Preisvorteil als Arbeitslohn

Erwirbt der Arbeitnehmer das Fahrrad zu einem geringeren Preis als dessen Geldwert, so muss der Differenzbetrag als Arbeitslohn von dritter Seite versteuert werden und unterliegt damit auch der Sozialversicherung.

Der Preisvorteil wird als Arbeitslohn gewertet, da der Preisvorteil im Zusammenhang mit dem Dienstverhältnis steht. Auch wenn der Arbeitnehmer keinen vertraglichen Anspruch auf den Fahrradkauf und einen Preisvorteil hat, hat der Arbeitgeber doch aktiv an der Verschaffung mitgewirkt. Dabei ist es egal, ob der Arbeitgeber oder Arbeitnehmer wirtschaftliche Leasingnehmer sind oder ob ein Andienungsrecht bzw. eine Kaufoption vereinbart wurde.

Vereinfachungsregel beim Dienstfahrrad

Aus Vereinfachungsgründen ist die Finanzverwaltung damit einverstanden, dass der Endpreis eines Fahrrads, das dem Arbeitnehmer aufgrund des Dienstverhältnisses nach 36 Monaten der Nutzungsdauer überlassen wird, mit 40 Prozent der auf volle 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des (Elektro-)Fahrrades einschließlich der USt anzusetzen.

Allerdings will der Fiskus aber keinen Restwert von lediglich 10 Prozent des Kaufpreises akzeptieren. Das ist nur der Fall, wenn der niedrige Restwert im Einzelfall in geeigneter Weise nachgewiesen wird.

Diese klare Stellung der Finanzverwaltung gilt auch rückwirkend für die letzten Jahre. Da viele Arbeitgeber den Preisvorteil bisher nicht als Arbeitslohn versteuert haben, werden die Dienstfahrräder bei Betriebsprüfungen besonders ins Visier der Prüfer rücken.