Arbeitszimmer von der Steuer absetzen

Der Bundesfinanzhof hat entschieden: Die strengen Regeln, um ein Arbeitszimmer von der Steuer abzusetzen, bleiben erhalten. Doch was heißt das für die nächste Steuererklärung? Und worauf müssen Sie achten?

Göttingen, 04.02.2016 – Für den Arbeitnehmer bedeutet das Urteil des Bundesfinanzhofs, dass ein Arbeitszimmer in der Wohnung nur dann von der Steuer abgesetzt werden kann, wenn es nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird. Wäre das Urteil anders ausgefallen, wäre auch eine Aufteilung zulässig gewesen. Das heißt, wer in sein Arbeitszimmer eine Schlafcouch stellt und es ab und zu als Gästezimmer nutzt, hätte die Fläche aufteilen können und so zu  60 Prozent ein Arbeitszimmer mit 40 Prozent Gästebereich gehabt.

Als Begründung, warum nicht für diese Regelung entschieden wurde, lautet, dass man kaum überprüfen könne, wie viel Arbeitszeit ein Arbeitnehmer tatsächlich in diesem Raum verbringt. Die Idee ein Zeitenbuch zu führen, wurde von den Richtern verworfen, da es keinen Beweiswert gehabt hätte.

Demnach kann ein Arbeitszimmer weiterhin nur dann bei der Steuer geltend gemacht werden, wenn es ausschließlich beruflichen Zwecken dient. Das Verschicken von ein paar privaten E-Mails stellt dabei kein Problem dar, wohl aber weiterführende private Aktivitäten am Rechner/Schreibtisch. Auch eine Arbeitsecke in einem anderen Zimmer gilt nicht als Arbeitszimmer.

Wer darf das Arbeitszimmer steuerlich absetzen?

Das Finanzamt erkennt das Heimbüro dann an, wenn es der Mittelpunkt des beruflichen Wirkens ist. Darunter fallen beispielsweise freie Journalisten und Buchautoren. Sie können die Kosten für das heimische Arbeitszimmer unbegrenzt absetzen. Aber auch Hausfrauen und -männer können versuchen alle Kosten anzusetzen, wenn sie von zu Hause aus durch den Verkauf von Produkten etwas dazu verdienen. Das selbe gilt für Rentner, die einen Nebenjob haben. Die Ausgaben für das Arbeitszimmer sind dann Werbungskosten.

Auch Mitarbeiter, die keinen festen Schreibtisch im Betrieb haben, können ihr Arbeitszimmer problemlos von der Steuer absetzen. Darunter fallen beispielsweise Lehrer, Außendienstmitarbeiter, Versicherungsmakler und Freiberufler aller Berufsgruppen. Sie können das Arbeitszimmer bis zu 1.250 Euro pro Jahr in die Steuererklärung eintragen. Darunter fallen auch diejenigen, die in Aus- oder Fortbildung sind, ein Fernstudium oder sonstige Weiterbildungsmaßnahmen absolvieren sowie während der Elternzeit oder Arbeitslosigkeit für den künftigen Job lernen.

Worauf muss man achten?

Das Arbeitszimmer muss durch eine Tür von der restlichen Wohnung abgetrennt sein. Ein Durchgangszimmer ist nicht erlaubt. Eine Vorgabe für die Zimmergröße gibt es nicht, sie muss allerdings im Verhältnis zur restlichen Wohnung stehen. Verfügt diese über insgesamt 50 qm, wird das Finanzamt ein Arbeitszimmer mit 25 qm nicht anerkennen.

Am unproblematischten ist, wer ein Arbeitszimmer außerhalb der Wohnung anmietet. Dazu reicht auch schon eine andere Etage. Das Finanzamt wird dann alle Kosten akzeptieren.

Bis zu 1.250 Euro pro Jahr können bei der Steuererklärung für das Arbeitszimmer angegeben werden. Darin enthalten sind die Kosten für die anteilige Miete und Versicherungen, Schornsteinfeger und Müllentsorgung sowie Ausgaben für Lift, Strom, Wasser und Reinigung. Auch benötigte Arbeitsgeräte, wie Schreibtisch oder Computer können geltend gemacht werden.

Bei der Einrichtung gilt zu beachten: Beruflich Notwendiges wie Schreibtisch, Stuhl, Regale, Bücherschrank, Computer und Drucker sollten im Arbeitszimmer dominieren. Eine Sitzecke, Blumen und Bilder sind in gewissem Maße auch erlaubt. Problematisch wird es, wenn ein Gästebett, Fernseher oder Kühlschrank im Zimmer stehen.