Bewirtungskosten anteilig abzugsfähig

Es gibt viele Gründe, um zu feiern: Geburtstag, Beförderung, Dienstjubiläum, Einstand oder Ausstand. Dabei wird nicht nur mit Freunden und Familie gefeiert, sondern auch mit den Kollegen. Wie Sie Teile der Kosten mit dem beruflichen Anteil als Werbungskosten abgesetzen können, erfahren Sie weiter unten.

Bewirtungskosten anteilig abzugsfähig bei überwiegend beruflichen Feiern
Bewirtungskosten anteilig abzugsfähig bei überwiegend beruflichen Feiern

Göttingen, 04.01.2016 – Das Finanzgericht Baden-Württemberg hatte 2014 eine Aufteilung der Bewirtungskosten abgelehnt und einen anteiligen Abzug verweigert (Aktenzeichen 1 K 3541/12). Ein Arbeitnehmer hatte nach bestandener Prüfung eine Bestellung als Steuerberater erhalten und feierte dies mit Kollegen, Verwandeten und Freunden in der Stadthalle seines Wohnorts. Die entstandenen Kosten teilte er nach Köpfen auf und setzte den Betrag als Werbungskosten an, der auf die beruflichen Gäste entfiel. Das Finanzgericht lehnte dies ab.

Doch das Urteil wurde nun vom Bundesfinanzhof aufgehoben. Aufwendungen für eine Feier aus beruflichem und privaten Anlass können aufgeteilt und mit dem beruflichen Anteil als Werbungskosten abgesetzt werden (Aktenzeichen VI R 46/14). Sah das Finanzgericht Baden-Württemberg den Anlass eher privat, sprach der Bundesfinanzhof von einem überwiegend berufsbezogenem Charakter.

Beachten Sie Folgendes beim Absetzen von Werbungskosten bei Feiern:

Die Gesamtkosten der Feier sind anteilig nach Gästen aufzuteilen. Die Kosten, die auf Arbeitskollegen und andere berufliche Gäste entfallen, sind nur dann als Werbungskosten abziehbar, wenn die Einladung dieser Gäste (nahezu) ausschließlich berufliche Gründe hat.  Der Fall ist dann besonders eindeutig, wenn nicht nur ausgesuchte Gäste aus dem beruflichen Umfeld eingeladen werden, sondern beispielsweise alle Auszubildenden oder alle Mitarbeiter einer bestimmten Abteilung. Werden ausschließlich befreundete Kollegen zu der Feier eingeladen, würde sie eher dem privaten Bereich zugeordnet werden, wodurch die Werbungskosten nicht mehr abziehbar sind.