Firmenerben weiterhin bei Erbschaftssteuer privilegiert

Kurz vor Ablauf der Frist hat sich die große Koalition auf eine Reform der Erbschaftssteuer geeinigt. Firmenerben genießen nach den Neuerungen weiterhin steuerliche Vorteile.

Berlin, 06.07.2016 – Die Reform im Erbschaftsrecht fiel nur gering aus, so dass mittelständische Unternehmen geschützt und Arbeitsplätze erhalten werden können. Die neuen Regelungen lauten folgendermaßen:

Steuerfreie Erbschaft

Auch weiterhin ist der steuerfreie Unternehmensübergang an die nächste Generation möglich. Dazu müssen die Erben das Unternehmen sieben Jahre nach der Erbschaft fortführen und die Arbeitsplätze erhalten.

Schonung bis 26 Millionen Euro

Neu ist die sogenannte Bedürfnisprüfung. Diese tritt ein, wenn ein Betrieb über 26 oder mehr Millionen Euro Vermögen verfügt. Kann der Unternehmenserbe durch eine Offenlegung seines Privatvermögens nachweisen, dass die Zahlung der Erbschaftssteuer finanziell nicht möglich ist, kann er Steuervergünstigungen erhalten.

Alternativ ist ein Abschlag von der Steuerverschonung möglich. Das heißt ein Prozent für je 750.000 Euro Betriebsvermögen über 26 Millionen Euro.Übersteigt das Betriebsvermögen 90 Millionen Euro, soll es keine Steuernachlässe mehr geben.

Zinslose Stundung über zehn Jahre

Wird die Erbschaftssteuer aus dem Privatvermögen des Erben gezahlt, kann die Steuer gestundet werden. Und das zehn Jahre lang zinslos.

Keine Nachweispflicht bei fünf Mitarbeitern

Sind in einem Unternehmen maximal fünf Arbeitnehmer beschäftigt, wird dieser Kleinbetrieb besonders bevorzugt. Denn nach der Novellierung des Erbschaftsrechts entfällt bei dieser Anzahl die Nachweispflicht des Arbeitsplatzerhalts. Bisher lag diese Grenze bei 20 Mitarbeitern.

Abschlag bei Privatvermögen

Soll das Privatvermögen eines Erben auch privat bleiben, greift ein Abschlag. Demnach muss mit wachsendem Unternehmensvermögen ein größerer Teil des Betriebsvermögens versteuert werden.

Zehn Prozent des Verwaltungsvermögens steuerfrei

Beim Verwaltungsvermögen bleiben zehn Prozent pauschal steuerfrei. Begünstigt werden dadurch sowohl die betriebliche Altersvorsorge, als auch verpachtete Grundstücke sowie Firmenbeteiligungen außerhalb der EU.

Geplante Investitionen begünstigt

Auch geplante Investitionen werden steuerlich begünstigt, sofern sie vom Erblasser vor seinem Tod festgelegt wurden und innerhalb von zwei Jahren nach Firmenübergang getätigt werden.

Niedrigerer Firmenwert

Durch die Reform der Erbschaftssteuer wird für das vereinfachte Ertragswertverfahren eine neue Berechnung eingeführt. Grund dafür ist, dass das alte Verfahren aufgrund der Niedrigzinsphase zu unrealistisch hohen Firmenwerten führte.