Geburtstagsfeier auf der Arbeit absetzbar

Welch schöne Vorstellung: Bei einem privaten Anlass wie Geburtstag oder Hochzeit einfach mal auf Kosten des Finanzamtes feiern. Bisher undenkbar, durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs aber inzwischen für Geburtstagsfeiern bei der Arbeit möglich.

München, 13.03.2017 – In der Regel sind die Ausgaben für eine Geburtstagsfeier durch die gesellschaftliche Stellung des Arbeitnehmers oder -gebers veranlasst und deshalb nicht als Werbungskosten absetzbar. Dennoch können laut eines Urteils des Bundesfinanzhofs ausnahmsweise ganz oder teilweise beruflich veranlasst sein. Sind ausschließlich Kollegen zur Geburtstagsfeier eingeladen, dann sind die Kosten als Werbungskosten abziehbar (Aktenzeichen VI R 7/16).

Der konkrete Fall

Anlässlich seines 60. Geburtstags lud der Geschäftsführer einer GmbH rund 70 Personen zu einer Geburtstagsfeier ein. Geladen waren ausschließlich Arbeitskollegen, Mitarbeiter, einige Rentner und den Aufsichtsratsvorsitzenden. Gefeiert wurde in den Räumen des Unternehmens. Vom Finanzamt wurden die Kosten in Höhe von 2.470 Euro nicht als Werbungskosten anerkannt – sehr wohl aber vom Finanzgericht und vom Bundesfinanzhof.

Der Bundesfinanzhof begründete seine Entscheidung wie folgt:

Zwar sei der Geburtstag ein herausgehobenes persönliches Ereignis, aber dennoch könne die Feier beruflich veranlasst sein, beispielsweise wenn die Feier nicht in erster Linie der Ehrung des Jubilars und somit nicht der repräsentativen Erfüllung gesellschaftlicher Konventionen diene. Vielmehr solle durch die gemeinsame Feier das kollegiale Miteinander und dadurch die Pflege des Betriebsklimas gefördert und den Mitarbeitern Dank und Anerkennung gezollt werden.

Keine privaten Gäste erlaubt

Entscheidend ist, dass der Geschäftsführer keine privaten Freunde oder Verwandten eingeladen hat, sondern ausschließlich Personen aus dem persönlichen Umfeld. Außerdem fand die Geburtstagsfeier in den Unternehmensräumen (Werkstatthalle) und teilweise während der Arbeitszeit statt. Der Kostenaufwand (35 Euro/Person) lag zudem deutlich unter dem Betrag, der für die private Feier mit Freunden und Verwandten angesetzt war. Aus diesen Faktoren ergibt sich die Möglichkeit für den Geschäftsführer die Kosten als Werbungskosten geltend machen zu können.

Wichtig: Bei der Arbeitnehmerbewirtung sind die Kosten nicht auf 70 Prozent begrenzt – wie bei der Arbeitgeberbewirtung – sondern in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar. Denn es handelt sich um die Bewirtung von betriebsinternen Personen und somit um eine Bewirtung aus beruflichem Anlass. Daraus ergibt sich auch ein Verzicht auf die strengen Nachweisvorschriften mittels förmlichen Bewirtungsbelegs. Rechnungen vom Cateringservice oder entsprechende Einkaufsbelegen sind als Nachweis ausreichend.