Investitionsabzugsbetrag beim Firmenwagen

Schon heute können kleine und mittlere Betriebe Steuern sparen. Nämlich dann, wenn sie in den kommenden drei Jahren Investitionen planen. Dann dürfen sie einen Investitionsabzugsbetrag von 40 Prozent der geplanten Anschaffungskosten in der Gewinnermittlung abziehen. Dies ist auch beim Firmenwagen möglich. 

Göttingen, 04.05.2017 – Sollte sich ein Betrieb entschließen einen Firmenwagen anzuschaffen, kann nur unter bestimmten Bedingungen der Investitionsabzugsbetrag (IAB) von 40 Prozent geltend gemacht werden. Doch dazu muss der Wagen fast ausschließlich betrieblich genutzt werden. Das heißt, er darf nicht mehr als zehn Prozent privat genutzt werden. Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb werden dabei der betrieblichen Nutzung zugerechnet.

Sollte der Privatanteil nach der Ein-Prozent-Pauschalmethode ermittelt werden, gehen die Finanzämter in der Regel davon aus, dass die private Nutzung mehr als zehn Prozent beträgt. Daraufhin wird die Anerkennung des IAB verweigert.

Ein-Prozent-Regel nicht anwendbar

Durch ein Urteil des Finanzgerichts Sachsen wurde die Auffassung der Finanzverwaltung bestätigt. Wird die Ein-Prozent-Pauschalmethode angewendet, kann ein IAB nicht abgezogen werden. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass es jeglicher Lebenserfahrung widerspreche, dass ein Firmenwagen mit Ein-Prozent-Regelung ausschließlich betrieblich genutzt werde. Die Besteuerung entspreche dabei einem Privatanteil von 20 bis 25 Prozent. (Aktenzeichen 8 K 1799/15).

Wer in einem Vorjahr ein Fahrzeug angeschafft und den Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht hat, aber dann die Ein-Prozent-Regel anwendet, muss den IAB demnach rückgängig machen.

Nachweis durch Fahrtenbuch

Damit der Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht werden kann, empfiehlt es sich bei einem neu angeschafften Firmenwagen ein Fahrtenbuch zu führen. Auf die Ein-Prozent-Pauschalmethode sollte dabei unbedingt verzichtet werden.

Das Fahrtenbuch sollte die ersten zwei Jahre nach Anschaffung geführt werden. Dies sollte im Vorfeld mit dem zuständigen Finanzbeamten abgeklärt werden. Berufen kann man sich dabei auf den Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VIII B 190/09).

Achtung
Die Landesfinanzdirektion Thüringen hat außerdem klargestellt, dass es für den Investitionsabzugsbetrag nicht schädlich ist, wenn ein Firmenwagen in einem Jahr wenigr als 90 Prozent betrieblich genutzt wird. Wichtig ist, dass er bezogen auf zwei Jahre mindestens 90 Prozent dienstlich genutzt wurde. (LFD Thüringen vom 9.2.2015, S 2183b A-09-A3.13).