Keine private Nutzung vom Firmenwagen

Sollten Sie einen Firmenwagen zur Verfügung haben, der auch privat genutzt werden darf, dann muss diese Nutzung als geldwerter Vorteil versteuert werden. Angewandt wird dabei die Pauschalmethode. Das heißt, dass monatlich ein Prozent des Listenpreises versteuert werden. Doch was ist, wenn die private Nutzung nicht möglich ist?

Göttingen, 21.09.2017 – Wenn es nach der Finanzverwaltung geht, muss die Pauschalmethode immer angewandt werden (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 28.05.1996). Der Ein-Prozent-Monatswert ist also auch dann zu versteuern, wenn

  • das Fahrzeug dem Arbeitnehmer im Kalendermonat nur zeitweise zur Verfügung steht,
  • der Arbeitnehmer das Fahrzeug nur gelegentlich zu Privatfahrten nutzt oder
  • er von seinem Zugriffsrecht auf ein Fahrzeug aus einem Fahrzeugpool nur gelegentlich Gebrauch macht.

Dabei ist eine zeitanteilige Aufteilung des Monatswertes nicht zulässig, beispielsweise weil die Nutzungsmöglichkeit erst im Laufe eines Monats beginnt oder endet. Wie das Finanzgericht in Baden-Württemberg entschied (Aktenzeichen 6 K 2540/14), ist die Versteuerung eines geringeren und tagegenau ermittelten Bruchteils von einem Prozent des Bruttolistenpreises nicht möglich.

Monate der Nichtnutzung

Anders stellt es sich allerdings dar, sollte der Firmenwagen über mehrere Monate nicht genutzt werden können. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer keinen Nutzungswert für volle Kalendermonate versteuern. Das entschied jüngst das Finanzgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 10 K 1932/16).

Dies ist beispielsweise so, wenn Ärzte aufgrund einer Erkrankung ein Fahrverbot ausgesprochen haben. Ist der Arbeitnehmer fahruntüchtig, könne und dürfe er den Firmenwagen nicht nutzen. Dabei muss ausgeschlossen sein, dass Angehörige das Auto nutzen.

Der Ein-Prozent-Monatswert ist nur dann nicht zu versteuern, wenn der Firmenwagen für einen vollen Monat nicht zur Verfügung steht.
Dies kann zum Beispiel folgende Gründe haben:

  • Krankheit
  • Abordnung ins Ausland
  • Urlaub
  • Unfall

Eine anteilige Anrechnung (beispielsweise nur der halbe Monat April) ist nicht möglich.

Steht der Firmenwagen nur gelegentlich für höchstens fünf Tage aus einem besonderen Anlass oder zu einem besonderen Zweck zur Verfügung, ist nicht der Ein-Prozent-Monatswert zu versteuern, sondern nur 0,001 Prozent des Listenpreises für jeden Fahrtkilometer (BMF-Schreiben vom 28.5.1996, Teilziffer I.3).