Krankschreibung: Nur im Bett bleiben?

Besonders im Herbst oder Winter kann man sich schnell eine Erkältung oder Grippe einfangen. Am besten ist es dann sich krankschreiben zu lassen und auszukurieren. Doch was tun, wenn der Kühlschrank leer ist oder einen die Langweile nach ein paar Tagen im Bett überkommt? Was ist erlaubt und was nicht während einer Krankschreibung?

Göttingen, 31.10.2016 – Was ein erkrankter Arbeitnehmer tun darf und was nicht, hängt immer von der jeweiligen Krankheit ab. Erlaubt ist grundsätzlich, was die Genesung fördert und diese weder verzögert noch gefährdet.

Verordnet der Arzt keine ausdrückliche Bettruhe, darf der Patient auch einkaufen, Spazieren gehen oder sogar leichten Sport machen. Diesen muss er allerdings mit seinem Arzt vorher genau abklären und sich schriftlich bestätigen lassen. Auch das Treffen mit Freunden ist erlaubt, wenn beispielsweise keine ansteckende Krankheit, sondern ein Armbruch o.ä. vorliegt.

Worauf ein kranker Arbeitnehmer achten sollte:

  • Der Einkauf von Lebens­mitteln ist immer erlaubt, es sei denn vom Arzt wurde absolute Bettruhe verordnet.
  • Ein Spaziergang gilt als heilungsfördernd. Doch auch hier gilt: Nur solange der Arzt keine strikte Bettruhe angeordnet hat.
  • Auch ein Treffen mit Freunden (Kino, Kneipe, Restaurant) ist möglich, wenn die jeweilige Erkrankung, wie z.B. ein Knochenbruch, Verstauchung o.ä., dies zulässt.
  • Sogar das Verreisen ist mit Gipsbein möglich, wenn die Genesung davon nicht beeinträchtigt wird. Dies muss im Einzelfall geprüft werden. Außerdem muss derjenige, der während der Erkrankung Zahlungen leistet – also Arbeitgeber oder Krankenkasse – der Reise zustimmen. Wer ohne die Genehmigung weg fährt, riskiert die Einstellung der Lohnfortzahlung oder des Krankengeldes.
  • Wer sich während seiner Krankschreibung sportlich betätigen will, sollte das vorher mit seinem Arzt absprechen und sich schriftlich bestätigen lassen.
  • Bei einer Krankschreibung darf ein Arbeitnehmer seiner beruflichen Tätigkeit nicht nachgehen, denn dadurch wird möglicherweise der gesetzliche Unfallversicherungsschutz gefährdet. Wer sich schon vor Ablauf der Krankschreibung wieder fit genug für die Arbeit fühlt, sollte vorher mit dem Arzt sprechen. Der Arbeitgeber muss nicht zustimmen.

Wird allerdings gegen die Rücksichtsnahmepflicht aus dem Arbeitsvertrag verstoßen, droht eine Abmahnung oder sogar die fristlose Kündigung. Deswegen ist es ratsam erlaubte Tätigkeiten und geplante Unternehmungen immer genau mit dem Arzt abzusprechen.