Lohnsteuer-Ermäßigung für 2017 beantragen

Wer noch in diesem Jahr eine Lohnsteuer-Ermäßigung für 2017 beim Finanzamt beantragt, kann direkt ab Januar vom Freibetrag profitieren und sich ein höheres Netto-Gehalt sichern.

Göttingen, 18.10.2016 – Wer hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hat, muss nicht bis zum Jahresende auf die Steuer-Erstattung warten. Durch den Freibetrag können Ausgaben während des gesamten Jahres steuermindernd berücksichtig werden. Wird der Antrag noch in diesem Jahr gestellt, wirkt der Freibetrag direkt ab Januar 2017.

Um vom Freibetrag profitieren zu können, müssen die voraussichtlich entstehenden Ausgaben vom Finanzamt in der Zentraldatei der Finanzverwaltung eingetragen werden. Sie werden dort als ELStAM (elektronische Lohnsteuer-Abzugs-Merkmale) hinterlegt.

Vom Arbeitgeber wird dieser Freibetrag dann fiktiv vom Monatsgehalt abgezogen. Und von diesem reduzierten Betrag wird anschließend die monatliche Lohnsteuer sowie der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer berechnet.

Der Antrag auf Freibetrag kann direkt für zwei Jahre eingereicht werden und gilt damit nicht nur für 2017, sondern auch für das Folgejahr 2018.

Gründe für eine Ermäßigung:

  • hohe Werbungskosten, z. B. Fahrtkosten, doppelte Haushaltsführung, Arbeitszimmer, Fortbildungskosten (über 1.000 Euro),
  • Sonderausgaben, z. B. Spenden, Ausgaben für Kinderbetreuung, Ausbildungskosten, Schulgeld,
  • außergewöhnliche Belastungen, z. B. Krankheitskosten, Heimunterbringung, Behinderung, Pflegebedürftigkeit, Unterhaltsleistungen an bedürftige Angehörige,
  • Entlastungsbetrag bei verwitweten Alleinerziehenden im Sterbejahr und Folgejahr,
  • Unterhaltszahlungen an den geschiedenen oder dauerhaft getrennt lebenden Ehepartner,
  • Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene,
  • Ausgaben für Haushaltshilfe, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen,
  • Verluste aus anderen Einkunftsarten,
  • Geringverdiener: Eintragung des nicht ausgenutzten Freibetrages aus dem ersten Arbeitsverhältnis als Freibetrag bei der zweiten Beschäftigung.

Wichtig: Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Ausgaben müssen insgesamt über 600 Euro liegen. Diese Grenze ist auch bei Eheleuten gültig, sie wird also nicht verdoppelt.