Noch bis zum 31. Mai Steuererklärung für 2015 abgeben

Noch haben Steuerzahler bis zum 31. Mai Zeit ihre Steuererklärung  für 2015 beim zuständigen Finanzamt abzugeben. Wer einen Steuerberater hinzu zieht, hat sogar bis zum 31. Dezember 2016 Zeit.

Göttingen, 23.05.2016 –  Wer seine Steuererklärung zu spät beim zuständigen Finanzamt abgibt, muss einen Versäumniszuschlag zahlen. Der liegt bisher im Ermessen des jeweiligen Finanzamtes. Bei sonst pünktlichen Steuerzahlern wurde dabei schonmal ein Auge zugedrückt. Doch das ändert sich ab 2017. Mit jedem angefangenen Monat, den die Steuererklärung zu spät abgegeben wurde, werden 25 Euro Versäumniszuschlag fällig. Diese neue Regelung ist Teil des Gesetzes zur Modernisierung des Steuerverfahrens.

Ebenfalls darin enthalten ist eine neue Abgabefrist. Ist bisher der 31. Mai Stichtag, wird er ab dem Veranlagungszeitraum 2017 auf den 31. Juli verlegt. Auch diejenigen, die einen Steuerberater hinzu ziehen, erhalten die zweimonatige Fristverschiebung. Sie müssen dann nicht mehr am 31. Dezember, sondern Ende Februar ihre Steuererklärung abgeben.

Durch das Steuermodernisierungsgesetz, das nun vom Bundestag beschlossen wurde, sollen Abläufe in den Finanzämtern vereinfacht werden. Damit verbunden ist auch die Zielsetzung, dass immer mehr Menschen ihre Steuererklärung elektronisch an das Finanzamt übermitteln.

Das gilt bis 2016

Das Steuermodernisierungsgesetz tritt erst ab dem Veranlagungszeitraum 2017 in Kraft. Bis dahin gelten die alten Regelungen. Das heißt, auch für die Steuererklärung für das Jahr 2016 gilt die Abgabefrist vom 31. Mai bzw. 31. Dezember. Ebenso wie der Verspätungszuschlag. Der liegt bis dahin weiterhin im Ermessen der Finanzämter. Willkürlich sein darf er aber dennoch nicht. Der Verspätungszuschlag darf höchstens 25.000 Euro betragen sowie 10 Prozent der festgesetzten Steuer nicht übersteigen.

Einen Verspätungszuschlag muss aber nur derjenige zahlen, der gesetzlich zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist. Ein Abgabegrund für Arbeitnehmer könnte beispielsweise sein:

  • Auf der Lohnsteuerkarte wurde ein Freibetrag eingetragen (ausgenommen Behinderten- und Hinterbliebenenpauschbetrag).
  • Ehepaare haben die Steuerklassen III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt.
  • Als ArbeitnehmerIn wurden Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Elterngeld, Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder ausländische Einkünfte von mehr als 410 Euro bezogen.
  • Neben dem Arbeitslohn wurden noch weitere Einkünfte bezogen, wie beispielsweise Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder sonstige Einkünfte bezogen, die mehr als 410 Euro betragen.
  • Es wurden Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt, für die keine Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) gezahlt werden muss
  • Es wurde von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn (einschließlich Versorgungsbezüge) gleichzeitig bezogen.
  • Der Arbeitgeber hat einen sonstigen Bezug vom Arbeitnehmer ermäßigt besteuert, z.B. Entlassungsentschädigung, Arbeitslohn für mehrere Jahre, Lohnzahlungen durch Dritte.
  • Als Betriebsinhaber wird ein Gewinn von mehr als 410 Euro erzielt – dabei ist es unerheblich, ob dieser nur nebenbei betrieben wird.