Was sich für Unternehmen 2015 ändert

Im kommenden Jahr gibt es in vielen Bereichen Änderungen. Beraternews.net hat zusammen gestellt, was sich für Unternehmen ändern wird.

 

Jahreszahl
Unternehmen 2015 Tim Reckmann_pixelio.de

Göttingen, 10.12.2014 – Ob Krankenkasse, Steuerfreiheit bei Elektroautos oder Pflegeversicherung, das kommende Jahr wird wieder einmal eine Reihe von Veränderungen mit sich bringen. Was Unternehmen 2015 beachten sollten, hier eine Liste:

Bundesweite Einführung des gesetzlichen Mindestlohns

Zum 1. Januar 2015 wird flächendeckend der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro brutto pro Zeitstunde für das komplette Bundesgebiet gültig. Ausschließlich in Branchen, in denen es allgemeinverbindliche Tarifverträge gibt, sind bis Ende 2016 niedrigere Mindestlöhne möglich. Spätestens 2017 muss auch dort der gesetzliche Mindestlohn eingeführt werden. Weiter steigt der Mindestlohn in der Pflegebranche: Vom 1. Januar an bekommen Pflegekräfte in Westdeutschland 9,40 Euro pro Stunde, in Ostdeutschland werden sie mit mindestens 8,65 Euro pro Stunde entlohnt.

Höhere Flexibilität bei Elternzeit

Die Elternzeit kann ab 1. Juli 2015 von den Arbeitnehmern flexibler genutzt werden. Zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes können Eltern 24 statt bisher zwölf Monate lang Elternzeit nehmen. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht notwendig. Allerdings muss eine Elternzeit nach dem dritten Geburtstag des Kindes 13 Wochen vorher angemeldet werden – eine Elternzeit vor dem dritten Geburtstag nach wie vor nur sieben Wochen zuvor. Zudem können beide Elternteile ihre Elternzeit in je drei statt in zwei Abschnitte aufteilen. Wichtig: Soll der dritte Block Elternzeit zwischen dem vollendeten dritten und achten Lebensjahr genommen werden, kann der Arbeitgeber diese Elternzeit jedoch aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen.

Auch online EU-Label zur Energieeffizienz

Ab Januar 2015 sind Onlinehändler verpflichtet, das EU-Label zur Energieeffizienz für einige Warentgruppen anzuzeigen. Das gilt für Kühl- und Klimageräte, Waschmaschinen, Lampen, Geschirrspüler, Wäschetrockner, Staubsauger, Leuchten und Fernseher. Mit dem Label können Verbraucher ab sofort gleich erkennen, welche die beste Effizienzklasse in einer Gerätegruppe ist.

Europäische Schlichtungsstellen bei Verbraucherproblemen

Es werden flächendeckend so genannte Schlichtungsstellen eingerichtetm die Streitigkeiten mit Verkäufern EU-weit ohne langwierige Gerichtsverfahren regeln sollen. Diese sollen für den Verbraucher kostenfrei und innerhalb von 90 Tagen eine außergerichtliche Streitbeilegung erreichen. Die Teilnahme an diesen Schlichtungsverfahren ist für beteiligte Verbraucher wie Unternehmen freiwillig. Außerdem will die EU eine mehrsprachige, interaktive Internetseite zur Online-Streitbeilegung aufbauen. Grundlage hierfür sind zwei neue gesetzliche Regelungen zu alternativen Streitbeilegungsverfahren, die auch in Deutschland bis zum 9. Juli 2015 umgesetzt werden müssen.

Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen sinken

Ab Januar 2015 sinkt der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung auf 14,6 Prozent. 2014 betrug der Satz 15,5 Prozent. Von diesem Satz trägt der Arbeitgeber die Hälfte, höchstens jedoch 301,13 Euro. Gleichzeitig entfällt der Sonderbeitrag von 0,9 Prozent, den Arbeitnehmer alleine zahlen mussten. Einen pauschalen Zusatzbeitrag, den eine Krankenkasse erheben darf, gibt es künftig ebenfalls nicht mehr. Anstelle dessen kann die Krankenkasse einen individuellen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag in Form eines prozentualen Zuschlags erheben.

Beitrag zur Pflegeversicherung steigt

In der Pflegeversicherung steigt der Beitragssatz ab dem 1. Januar um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent sowie auf 2,6 Prozent für kinderlose Versicherte. Diese Beiträge werden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu gleichen Teilen getragen – Ausnahme sind die 0,25 Prozent für Kinderlose, die  Arbeitnehmer alleine zahlen müssen. Mit den erhöhten Beiträgen sollen verbesserte Leistungen zur Stärkung der Pflege finanziert werden.

Höhere Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Rentenversicherung

Zum 1. Januar 2015 werden die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken- und Rentenversicherung angehoben. Die bundeseinheitliche Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 4.050 Euro auf 4.125 Euro monatlich. Das bedeutet, dass für weitere 75 Euro Beiträge für die Krankenkasse- und Pflegekasse erhoben werden. Ab einem Monatseinkommen von 4.125 Euro entfällt der Beitrag. Bundesweit klettert die Versicherungspflichtgrenze um 1.350 auf 54.900 Euro im Jahr – bis zu diesem Einkommen müssen sich Arbeitnehmer bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Die neue monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) steigt von monatlich 5.950 Euro auf 6.050 Euro. Ab Januar 2015 liegt die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) dann bei 5.200 Euro/Monat (2014: 5.000 Euro/Monat). In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden die Grenzen für die Beitragsbemessung im nächsten Jahr bei 7.450 Euro/Monat (West) und 6.350 Euro/Monat (Ost) liegen.

Neue Freigrenzen für Arbeitsessen und Aufmerksamkeiten

Beschenkt ein Unternehmer einen Angestellten fallen ab dem 1. Januar bis zu einem Wert von 60 Euro weder Steuern noch Sozialabgaben an, bisher lag der Wert bei 40 Euro, einschließlich Mehrwertsteuer. Werden die Ereignisse mit Geld vergolten, ist die Zuwendungvoll steuer- und sozialversicherungspflichtig. Zu denen im Steuerrecht „Aufmerksamkeiten“ genannten Zuwendungen zählen auch Arbeitsessen, die der Arbeitgeber etwa bei Besprechungen oder bei einer angeordneten längeren Arbeitszeit organisiert. Wenn diese Aufmerksamkeit die Grenze von künftig 60 Euro nicht überschreitet, wird es steuerlich auch nicht berechnet.

10 Jahre steuerfrei für Elektroauto

Wer sich noch bis zum 31. Dezember 2014 ein Elektroauto kauft, kann die zehnjährige Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer für Elektroautos nutzen. Wer sich danach ein Elektroauto kauft, fährt bloß noch fünf Jahre lang steuerfrei.