Urteil: Gründungswillige profitieren von der Vorabzugssteuer

Wer sein eigenes Unternehmen gründet, kann bereits in der Vorbereitungsphase vorgezogene Betriebsausgaben geltend machen. Allerdings hatten Gründer es bislang bei der Vorabzugssteuer schwer. Durch ein Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf tut sich hier etwas.

Vorabzugssteuer _I-vista_pixelio.de
Vorabzugssteuer _I-vista_pixelio.de

Düsseldorf, 12.08.2015 – Wer ein Unternehmen gründet, braucht nicht nur eine gute Idee, Beratung und Mut, sondern auch genügend Kapital. Bei den Finanzen kommt der Staat den Jungunternehmern auch ein Stück weit entgegen. Ausgaben, die vor der Gewerbeanmeldung getätigt werden, können als vorgezogene Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Dazu zählen beispielsweise die Ausarbeitung des Businessplans, Anmietung von Räumen, Ausstattung und Werbung. Diese Vorbereitungsphase kann nicht nur mehrere Monate, sondern auch Jahre dauern, wenn zum Beispiel eine Fort- oder Weiterbildung angestrebt wird. Die entstehenden Kosten können bis zu drei Jahre vor der Gründung beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Vorabzugssteuer auch ohne Gründung geltend machen

Laut Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf, kann ein potentieller Gründer auch dann die Vorabzugssteuer geltend machen, wenn es zu keiner tatsächlichen Gründung kommt. Beispielsweise wenn Beratungen zeigen, dass der Betrieb ungünstige Ertragsaussichten hat.

Dem Gründer wird aber nur dann die Vorabzugssteuer gewährt, wenn sein Gründungsvorhaben sehr ernst gemeint ist. Genau diesen Punkt sollte jeder Firmengründer genau beachten: Sein Projekt muss glaubhaft sein. Dazu zählt ein ausgearbeiteter Business- und Finanzplan sowie gute Argumente des Steuerberaters. Dagegen können beispielsweise Weiterbildungskosten für „Wunschträume“ beim Finanzamt nicht geltend gemacht werden.