Umsatzsteuer to go: Steuerdschungel bei Kaffee zum Mitnehmen

Wer sich einen Coffe to go oder Kaffee zum Mitnehmen kauft, geht automatisch davon aus, dass im Preis auch 7% Umsatzsteuer enthalten sind. Doch hier irrt der Käufer. Denn Getränk ist nicht gleich Getränk und schon gar nicht, wenn es sich um Kaffee und Kaffee gemischt mit Milch handelt. 

Kaffeebecher zum Mittnehmen
Kaffee zum Mitnehmen Tim Reckmann_pixelio.de

Frankfurt, 2.06.2014 – Mit diesem Irrtum ist man allerdings in bester Gesellschaft: Viele Bäckereien, Tankstellen, Imbissbuden, die Coffee to go anbieten, legen den ermäßigten Steuersatz von 7 % zugrunde und berufen sich dabei auf § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG in Verbindung mit Nr. 12 der Anlage 2. Dort heißt es, dass Kaffee dem ermäßigten Steuersatz unterliegt.

Aber: Das gilt nur für Kaffeebohnen und Kaffeepulver

Darauf weist jetzt auch die Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main hin und bestätigt, dass für frisch zubereiteten Kaffee immer 19 % Umsatzsteuer fällig werden (Verfügung vom 4.4.2014, Az. S 7222 A – 7 – St 16).

Keine Regel ohne Ausnahme auch beim Steuerdschungel

Bei einer Lieferung von Milchmischgetränken kann nämlich doch der ermäßigte Steuersatz von 7 % zur Anwendung kommen. Das geht aus § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG in Verbindung mit Nr. 35 der Anlage hervor. Dort steht, dass Milchmischgetränke mit einem Anteil an Milch oder Milcherzeugnissen von mindestens 75 % des Fertigerzeugnisses dem ermäßigten Steuersatz von 7 % unterliegen.

Eine wichtige Frage der Kaffeeverkäufer wird in Zukunft also sein: Wie viel Milch möchten Sie in Ihren Kaffee haben?

Haben Sie es verstanden? Bestellen Sie einfach demnächst Kaffee schwarz oder einen Latte Macchiato. Da können Sie und der verkäufer nicht wirklich viel falsch machen.