Steuerminderung beim Verkehrsunfall

Auf dem Weg zur Arbeit kann man für jeden Entfernungskilometer 30 Cent als Werbungskosten geltend machen und somit die Steuer mindern. Doch was passiert, wenn es einmal kracht? Ist eine Steuerminderung beim Verkehrsunfall möglich?

Göttingen, 10.11.2016 – Laut Einkommensteuergesetz ist mit der Entfernungspauschale jegliche Aufwendung für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte abgegolten. Dazu zählen auch die Kosten, die aufgrund eines Unfalls entstehen.

Mit einer parlamentarischen Anfrage sollte geklärt werden, ob aufgrund des eindeutigen Wortlauts im Gesetz tatsächlich alle Aufwendungen für den täglichen Arbeitsweg mit der Entfernungspauschale abgegolten sind oder ob Unfallkosten als zusätzliche Werbungskosten berücksichtigt werden können.

In der Bundestagsdrucksache 18/8523 erklärt das Finanzministerium dazu, dass mit der Entfernungspauschale grundsätzlich jegliche Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Fahrten des Arbeitswegs abgegolten seien. Deswegen sei eine Unterscheidung zwischen gewöhnlichen und außergewöhnlichen Aufwendungen, wie ein Unfall, nicht vorgesehen.

Steuerminderung wird gebilligt

Allerdings wird aus Billigkeitsgründen von den Finanzämtern nicht beanstandet, wenn Aufwendungen zur Beseitigung von Unfallschäden zusätzlich zur Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend gemacht werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Unfall sich auf einer Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, auf dem Umweg zum Tanken oder zur Abholung der Mitfahrer einer Fahrgemeinschaft ereignet hat und nicht unter Alkoholeinfluss passiert ist.

Sollte der zuständige Finanzamtmitarbeiter die Unfallkosten in der Einkommensteuererklärung nicht als Werbungskosten akzeptieren, sollte auf die Antwort des Bundesfinanzministeriums verwiesen werden werden. Ein rechtlicher Anspruch auf Kostenersatz existiert bisher nicht.