Steuertipps für Arbeitskleidung

Von der Steuer können auch Kleidungsstücke abgesetzt werden. Voraussetzung ist dabei, dass sie ausschließlich für die Arbeit genutzt werden. Mit diesen Steuertipps für Arbeitskleidung können Sie sparen.

Göttingen, 06.09.2017 – Damit der steuerliche Abzug als Werbungskosten auch bei der gekauften Kleidung anerkannt wird, muss es sich dabei um typische Berufskleidung handeln. Sie wird also für die Ausübung des Berufs benötigt und ist damit sogenannte Arbeitskleidung.

Außerdem dürfen diese Kleidungsstücke nur ausschließlich bei der Arbeit getragen werden. Sollte die Kleidung auch theoretisch privat getragen werden können, hält das Finanzamt bereits den Rotstift in der Hand.

Hinzu kommt, dass eine Erstattung des Arbeitgebers immer von den eigenen Anschaffungskosten abgezogen werden muss.

Als Berufsbekleidung gelten insbesondere:

  • Schutzkleidung in Industrie und Handwerk (z.B. Labormantel, Sicherheitsschuhe, Arbeitshandschuhe)
  • Amtstrachten von Richtern und Anwälten
  • Uniformen und Dienstkleidung mit Dienstabzeichen
  • schwarzer Frack bei Orchestermusikern
  • schwarzer Rock bei Serviererinnen
  • schwarzer Anzug bei Leichenbestattern
  • weiße Berufskleidung bei Ärzten, Piloten, Friseuren, Metzgereimitarbeitern und Sportlehrern
  • farblich vorgeschriebene Anzüge und Kostüme bei Mitarbeitern einer Fluggesellschaft
  • Bühnenkleidung bei Künstlern

Reinigungskosten der Arbeitskleidung

Es ist außerdem möglich nicht nur die Berufsbekleidung selbst, sondern auch die damit verbundenen Reinigungskosten als Werbungskosten steuerlich abzusetzen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Verschmutzung nicht in der Mittagspause passiert ist.

Damit die Waschkosten ausgerechnet werden können, muss geschätzt werden, wie viel Waschgänge an reiner Berufskleidung in einem Jahr stattgefunden haben. Die Beträge pro Waschgang lauten wie folgt:

Sollte die Kleidung in die Reinigung gegeben werden, dann vereinfacht dies die Rechnung, denn dann müssen einfach nur alle Quittungen gesammelt und die Beträge für die Steuererklärung addiert werden.

Neben der Anschaffung und Reinigung von Arbeitskleidung ist auch die Reparatur und der Kauf von Ersatzkleidung steuerlich absetzbar. Dies gilt auch dann, wenn normale Alltagskleidung auf der Arbeit getragen wird und diese dort beschädigt wurde. Die Reparaturkosten können dann in der Steuererklärung angesetzt werden.

Jährliche Pauschale von 110 Euro

Es ist auch dann möglich Steuern zu sparen, wenn die Kosten nicht durch Belege nachgewiesen werden können. Denn pro Jahr existiert eine Arbeitsmittel-Pauschale von 110 Euro. Wer diese in Anspruch nimmt, darf aber keine tatsächlichen Kosten absetzen. Es geht also entweder der Pauschalbetrag oder die tatsächlichen Kosten geltend zu machen. Einen gesetzlichen Anspruch auf die Pauschale gibt es allerdings nicht.