Steuervorteile für Investoren von Start-ups

Die Bundesregierung will aufstrebende Tech-Firmen besser fördern. Geldgeber, die in Start-ups investieren, können Verluste steuerlich geltend machen.

Göttingen, 15.09.2016 – Zusätzlichen Steueranreize sollen das Engagement von Investoren bei jungen Technologiefirmen stärken. Das hat die Bundesregierung entschieden. So sollen Geldgeber, die mit Risikokapital bei Start-ups einsteigen, aufgelaufene Verluste beim Staat geltend machen dürfen. Die Bundesregierung hat einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet.

 Bislang war es so, dass Verluste verfallen sind, wenn sich die Eigentümerstrukturen etwa durch die Aufnahme eines neuen Eigentümers in den Gesellschafterkreis ändern. Dadurch sollen Spekulationen mit Unternehmen verhindert werden, die nur wegen hoher Verlustvorträge attraktiv sind.

Steuervorteile für Investoren und Abschreiben von Verlusten

Das Gesetz sieht vor, dass die Verluste bei der Besteuerung weiter berücksichtigt werden, wenn der Geschäftsbetrieb erhalten bleibt und ihre anderweitige Nutzung ausgeschlossen ist. Die durch die Reform entstehenden Steuerausfälle werden sich nach Expertenaussagen auf 600 Millionen Euro im Jahr belaufen. Die Änderungen sollen rückwirkend zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Mit der Reform kommt die Regierung vor allem auch jungen Start-ups entgegen, die zu ihrer Finanzierung häufig auf die Neuaufnahme oder den Wechsel von Anteilseignern angewiesen sind. In dem Gesetzentwurf wird als Bedingung für den Erhalt der Verluste unter anderem genannt, dass der seit drei Jahren bestehende Geschäftsbetrieb unverändert bleibt. Dies soll auch in Zukunft verhindern, dass Betriebe nur wegen ihrer steuerlichen Verlustvorträge gekauft und ausgeschlachtet werden.