Versicherungsbeiträge des Arbeitgebers: Als Sachlohn doch steuerfrei?

Steuerfreie Versicherungsbeträge fallen laut Auffassung des Finanzamts seit 2014 nicht mehr unter die Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro. Möchte ein Arbeitgeber also Zukunftssicherungsleistungen zahlen, so müssen sie als Barlohn versteuert werden.

Göttingen, 14.11.2017 –  Unter Zukunftssicherungsleistungen fallen beispielsweise Zuschüsse des Chefs zu privaten Pflegezusatz- oder Zusatzkrankenversicherung. Bei der Versteuerung spielt es aber keine Rolle, ob der Versicherungsnehmer der Arbeitnehmer oder Arbeitgeber ist.

Vor dem Finanzgericht Mecklenburg-Vorpommern gab es nun allerdings einen Wendepunkt: Die Richter entschieden, dass die Zuschüsse des Arbeitgebers zu einer privaten Zusatzkrankenversicherung nicht mehr als Barlohn, sondern als Sachlohn behandelt werden müssen. Das bedeutet, dass die Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro anzuwenden ist. Liegen also die Beiträge bzw. Zuschüsse des Arbeitgebers unter dieser Grenze, bleiben sie steuer- und sozialversicherungsfrei (Aktenzeichen 1 K 215/16, Revision VI R 16/17).

Barlohn oder Sachlohn?

Ob ein Zufluss als Bar- oder Sachlohn gewertet werden muss, entscheidet der Rechtsgrund. Kann also ein Arbeitnehmer die Sache lediglich selbst beanspruchen, handelt es sich um einen steuergünstigen Sachbezug.

Dabei spielt es dann keine Rolle, ob der Arbeitnehmer die Sache unmittelbar vom Arbeitgeber erhält oder von einem Dritten auf Kosten des Arbeitgebers. Entscheidend ist dabei ebenfalls nicht, ob der Arbeitnehmer selbst Vertragspartner des Dritten ist oder der Arbeitgeber.

Somit ist ein arbeitgeberseitig eingeräumter Krankenversicherungsschutz als Sachlohn zu handhaben, sofern der Arbeitnehmer aufgrund seines Arbeitsvertrages ausschließlich Versicherungsschutz verlangen kann und keine Geldzahlung. Der Sachlohn trifft ebenfalls zu, wenn der Arbeitgeber die Beiträge des Arbeitnehmers zu einer Zusatzkrankenversicherung bezuschusst. Aber nur dann, wenn der Anspruch nur bei einem abgeschlossenen Versicherungsvertrag besteht und die Zuschüsse nicht die gezahlten Beiträge des Arbeitnehmers übersteigen.

Was nun zu tun ist:

Abschließend muss noch der Bundesfinanzhof die Streitfrage endgültig klären. Falls Sie als Arbeitgeber betroffen sind, empfiehlt es sich, den Steuerbescheid offen zu halten. Legen Sie Einspruch ein, verweisen auf die anhängigen Revisionsverfahren VI R 16/17 und VI R 13/16 und beantragen das Ruhenlassen des Verfahrens.