Inkasso-Stempel vor Banknoten - schlechte Zahlungsmoral in Deutschland

Zahlungsmoral in Deutschland weiterhin mit schlechtem Stand

Wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bürgel unlängst ermittelt hat, verzeichnete Deutschland zu Beginn des Jahres 2015 zwar ein vergleichsweise solides Wirtschaftswachstum. Bei der Untersuchung „Zahlungsfähigkeit deutscher Unternehmen“ von rund 3.242.801 deutschen Unternehmen mit Blick auf ihre Bonität durch alle Rechtsformen hindurch zeigte sich aber, dass dennoch rund 8,8 Prozent der Firmen große Schwierigkeiten in Bezug auf die Finanzstärke und Zahlungsfähigkeit hatten.

Inkasso-Stempel vor Banknoten - schlechte Zahlungsmoral in Deutschland
Schlechte Zahlungsmoral in Deutschland – Thorben Wengert /pixelio.de

Göttingen, 23.06.2015 – Die schlechte Zahlungsmoral von Kunden im B2B-Bereich stellt für viele Selbstständige und Unternehmen eine vergleichsweise große Herausforderung dar. Viele Unternehmen wiesen ein überdurchschnittliches hohes Zahlungsausfallrisiko auf. So werden Rechnungen geschoben, Zahlungsfristen ausgenutzt oder zur Not auch überschritten. Laut der Bürgel-Studie können ein verändertes Auftragsverhalten, häufige Umfirmierungen, häufiger Wechsel der Ansprechpartner oder auch der Geschäftsführung oder schlicht der Bankverbindung Anzeichen für ein gesteigertes Ausfallrisiko sein. Hellhörig sollte der Unternehmer auch werden, wenn die Begleichung offener Rechnungen durch ungerechtfertigte Mängelanzeigen herausgezögert wird.

Liquiditätsengpässe bei Freiberuflern

Geraten die eigenen Vertragspartner in Zahlungsschwierigkeiten, kann das mittelständische und kleine Unternehmen vor große finanzielle Probleme stellen. Für eine selbstständige Unternehmung bedeuten offene Rechnungen oftmals eine doppelte Belastung. Denn je nach Branche treten die Unternehmer in Vorleistung – in Bezug auf Materialien und Rohstoffe oder auch auf die Arbeitsleistung. Gerade Einzelkämpfern fehlt es häufig an ausreichenden finanziellen Puffern. Wird dann auch noch das Zahlungsziel verfehlt oder die Rechnung im schlimmsten Fall gar nicht überwiesen, entstehen schnell Liquiditätsengpässe und der Selbstständige wird zum Kreditgeber des eigenen Kunden. Ist kein Liquiditätspolster vorhanden, droht schnell eine Schieflage, da laufende Betriebs- und  Lebensunterhaltskosten weiterhin anfallen. Nach der letzten Mahnung hilft dann meist nur ein Inkasso-Anbieter.

Factoring statt Inkasso

Diese Misere versuchen Anbieter von Factoring aufzufangen. Factoring hat sich im Mittelstand als Finanzierungsalternative bereits etabliert. Mehr als 20.000 Mittelständler nutzen mittlerweile diese Finanzierungsform. Wie eine aktuelle Studie des BFM Bundesverband Factoring für den Mittelstand in Kooperation mit TNS Infratest ergab, sind in Deutschland immer mehr Unternehmen offen für alternative Wege der Unternehmensfinanzierung.  Für etwa 70% der über 1.500 befragten Firmen nimmt die Unternehmensfinanzierung als strategisches Element in der Unternehmensführung einen immer wichtigeren Platz ein. Zudem zeigen die Unternehmer ein wachsendes Interesse an individuellen Finanzierungsinstrumenten. Nahezu jedes zweite Klein- oder Mittelstandsunternehmen kann sich vorstellen, ergänzend zum Bankkredit weitere Finanzierungsbausteine einzusetzen. Demnach zählen für die Hälfte der befragten Unternehmen zu einer zweckmäßigen Unternehmensfinanzierung auch Unternehmensbeteiligungen, Leasing und eben auch Factoring als Ergänzung zum Eigen- und Fremdkapital dazu. Auch für Selbstständige und Einzelunternehmer kann es interessant sein, Finanzierungsalternativen neben dem herkömmlichen Bankkredit zu prüfen.

Liquiditätssicherung als Wettbewerbsvorteil

Der Factoring-Ablauf ist schnell und unkompliziert: Durch die fortlaufende Rechnungsvorfinanzierung im Rahmen des Factorings wird planbar und zuverlässig Liquidität generiert. Nach Abschluss des Factoring-Vertrages werden wie gewohnt die Leistungen erbracht und die Rechnungen erstellt. Der Factoring-Partner erhält eine Rechnungskopie und finanziert in der Regel innerhalb von 48 Stunden bis zu 100 Prozent der Rechnungssumme abzüglich einer Servicegebühr vor. Der etablierte Factoring-Anbieter Elbe-Factoring Gmbh geht mit dem Service www.Rechnung48.de offensiv auf Freiberufler und Kleinunternehmer zu. Wie beim Mittelstandsfactoring werden hier Dienstleistungen gegenüber gewerblichen Kunden vorfinanziert. Gerade in stark IT-getriebenen Branchen,  in denen Investitionen in neue Technologien essentiell sind, kann die Finanzierung und Liquiditätssicherung durch Forderungsverkauf die Chancen im Wettbewerb erhöhen.