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Wie funktioniert die Bonität bei Startups?

Gründer, die ihre Geschäftsidee umsetzen wollen, sind meist auf Fremdkapital angewiesen, welches meist von der Bank oder von Investoren kommt. Der Begriff Bonität spielt dabei eine wichtige Rolle, denn genau wie Privatpersonen einer Bank zeigen müssen, dass sie den Kredit zurückzahlen können, müssen junge Firmen und Startups nachweisen können, dass ihre Geschäftsidee rentabel ist.

Hamburg, 30.08.2017 – Kein Kreditgeber würde Geld investieren, wenn dieser Aspekt nicht gesichert ist. Doch wie lässt sich die Bonität eines Unternehmens festmachen, wenn es noch gar nicht existiert?

Bonität bei Privatpersonen ist einfacher

Um in das Thema einzusteigen, sollte man sich zunächst anschauen, wie die Bonität bei Privatpersonen und somit in der Mehrheit der Fälle funktioniert. Daraus lassen sich dann Schlüsse ziehen und Unterschiede hin zur Unternehmensbonität ableiten. Tatsächlich muss man hierzu sagen, dass die Bonität bei Privatpersonen einfacher zu überblicken ist. Sogenannte Auskunfteien sammeln Daten über die Einkommenssituationen, die finanziellen Verpflichtungen und das Zahlungsverhalten von Privatpersonen. Sofern diese Privatpersonen dann mit einem Kreditwunsch auf Banken zugehen, führen diese Banken eine kurze Bonitätsprüfung durch; rufen also die Daten der Auskunfteien ab. Es geht darum, das Risiko für einen Zahlungsausfall einschätzen und möglichst niedrig halten zu können. Und das ist es auch schon; das Abrufen von Daten, die schon lang vorhanden sind und stetig aktualisiert werden.

Bei Unternehmen muss geschätzt werden

Nun aber zu den Unternehmen. Solche, die bereits länger am Markt etabliert sind, haben selbstverständlich auch eine Bonität, die sich

Confident businessman discussing with couple in office.
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einfach abrufen lässt. Hierfür gibt es sogenannte Wirtschaftsauskunfteien. Unternehmen, die allerdings gerade erst mit der Kapitalsuche anfangen und deren Geschäftsidee sich erst noch durchsetzen muss, können nur geschätzt werden. Wo noch keine Daten sind, können auch keine abgerufen werden; auch wenn das nur für Gesellschaften beziehungsweise allgemein juristische Personen gilt. Wer privat ein Unternehmen gründet und als natürliche Person agiert, haftet mit seinem privaten Vermögen und somit gilt auch die private Bonität.

Wie verläuft so eine Schätzung? Grundlage der Einschätzung ist ein ausführlicher Businessplan. Erstens beinhaltet er alles, was vielleicht sogar prominente Investoren zum kommenden Unternehmen wissen müssen; auch den Finanzierungsaspekt. Zweitens lässt sich anhand der Ausarbeitung des Businessplans erkennen, ob Gründer mit Leib und Seele hinter ihrer Idee stehen oder ob es eine Art Verpuffungsrisiko der anfänglichen Energie gibt. Bei der Bewertung des Plans lässt sich kaum Objektivität bewahren. Es ist der im hohen Maße subjektive Eindruck, anhand dessen man sich für oder gegen ein Investment entscheidet. Konkrete Zahlen lassen sich ohne Erfahrungswerte nicht herleiten, auf denen die Entscheidung wie bei Privatpersonen basieren könnte. Das ist also der große Unterschied zwischen der Bonität von jungen Unternehmen und Startups, sowie der von Privatpersonen.

 

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