Studie zu Wirtschaftsschutz und Cybercrime

60 Prozent der deutschen Unternehmen sind laut einer Studie der Meinung, dass sie nicht ausreichend gegen Datendiebstahl, Wirtschaftsspionage oder Sabotageakte geschützt sind. In einem Zeitalter der digitalisierten Arbeit stellt Cyberkriminalität eine große Bedrohung für die Unternehmen dar.

flown_pixelio.de
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Berlin, 09.07.2015 – 1.074 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern wurden für die Studie „Spionage, Sabotage und Datendiebstahl – Wirtschaftsschutz im digitalen Zeitalter“ des Digitalverbands Bitkom befragt. 60 Prozent der Sicherheitsexperten gaben an, dass sie die Sicherheitsmaßnahmen in ihrem Unternehmen als unzureichend bewerten. Die Studie zeigt außerdem, welche Unternehmen betroffen und wer die Täter sind und wie sich die Wirtschaft gegen Cybercrime schützt.

„Die Digitalisierung und Vernetzung der gesamten Wirtschaft schafft neue Angriffspunkte für Cyberkriminelle“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Unternehmen müssen mehr in die technische, organisatorische und personelle Sicherheit investieren.“

Rund 51 Milliarden Euro Schaden durch Cybercrime

In den vergangenen zwei Jahren sind die Hälfte der befragten Unternehmen Opfer von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl geworden. Dadurch ist pro Jahr ein Schaden von rund 51 Milliarden Euro entstanden. Am stärksten gefährdet ist die Automobilindustrie, gefolgt von der Chemie- und Pharma-Branche sowie Banken und Versicherungen. Die Täter sind, laut Studie, in 50 % der Fälle ehemalige Mitarbeiter und in etwa 40 % ist es das unternehmerische Umfeld, wie Wettbewerber, Lieferanten, Dienstleister, Kunden. Mit 11 % nimmt die Bandenkriminalität einen sehr geringen Teil des Cybercrime ein. Sogar Hobby-Hacker sind mit 17 % stärker vertreten.

Alle befragten Unternehmen nutzen Virenscanner, Firewalls sowie einen Passwortschutz für Computer und andere Kommunikationsgeräte. Die meisten Unternehmen verschlüsseln außerdem ihre Netzwerkverbindungen. Doch weniger als die Hälfte schützt den Mailverkehr oder Festplatten und Datenträger.

Bitkom vertritt mehr als 2.300 Unternehmen der digitalen Wirtschaft und hat nun einen Arbeitskreis Wirtschaftsschutz eingerichtet, um bei aktuellen Fragen, Entwicklungen und Problemen zu helfen.

Der Studienbericht „Spionage, Sabotage und Datendiebstahl – Wirtschaftsschutz im digitalen Zeitalter“ steht kostenlos zur Verfügung unter: www.bitkom.org