Umfrage zeigt: Vertrauen in Internetsicherheit weiter gestört

Das Vertrauen in die Internetsicherheit erholt sich nur langsam, wie eine aktuelle Bitkom-Umfrage zeigt. Dabei haben Bürger haben weniger Zutrauen in den Staat als in die Wirtschaft. Große Angst herrscht vor Computerviren, Ausspähung und illegaler Nutzung persönlicher Daten.

Vertrauen in Internetsicherheit weiter gestört _Foto: Antje Delater_pixelio.de
Vertrauen in Internetsicherheit weiter gestört _Foto: Antje Delater_pixelio.de

Berlin, 22.10.2015 – Vier von fünf Internetnutzern (80 Prozent) in Deutschland halten ihre persönlichen Daten im Internet für unsicher. Das ist nur ein Prozentpunkt weniger als vor einem Jahr, berichtet der Digitalverband Bitkom auf Basis einer repräsentativen Umfrage. „Das Vertrauen in die Internetsicherheit erholt sich nach der NSA-Affäre und den immer neuen Cyberangriffen nur sehr langsam“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Das sei ein Hemmnis für die Verbreitung innovativer Online-Dienste wie Cloud Computing oder mobile Payment. Zwei Jahre vor Bekanntwerden der Geheimdienstaffäre, im Jahr 2011, sagten „nur“ 55 Prozent der Befragten, dass sie ihre Daten im Internet für unsicher halten. Das stärkste Misstrauen herrschte auf dem Höhepunkt der Geheimdienstaffäre, als 86 Prozent davon ausgingen, dass ihre Daten im Internet nicht sicher sind. Der Bitkom befragt Internetnutzer regelmäßig zu den Themen Vertrauen und Datensicherheit.

Kein Vertrauen in Staat, Behörden und Wirtschaft

Nach den Ergebnissen der Umfrage vertrauen viele Bürger weder dem Staat noch der Wirtschaft, wenn es um den Umgang mit ihren persönlichen Daten geht. Drei Viertel (75 Prozent) der Internetnutzer haben wenig oder gar kein Vertrauen in Staat und Behörden. Zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten misstrauen der Wirtschaft. Im Jahr 2011 war das Verhältnis noch umgekehrt. Seinerzeit misstrauten 40 Prozent der Befragten dem Staat und 46 Prozent der Wirtschaft. Rohleder: „Die Zeiten, als der Staat vielen als sicherer Hafen galt, sind vorbei.“

Als größte Gefahr betrachten die Internetnutzer laut Umfrage die Infizierung ihres Computers mit Schadprogrammen: 71 Prozent der Befragten fürchten Probleme durch Viren, Trojaner oder andere schädliche Software. 55 Prozent befürchten eine illegale Nutzung ihrer persönlichen Daten durch Kriminelle, zum Beispiel einen Kreditkartenbetrug. Gut die Hälfte (52 Prozent) empfindet die Ausspähung persönlicher Daten durch staatliche Stellen als Bedrohung. 48 Prozent meinen, dass Unternehmen ihre persönlichen Daten illegal nutzen und zum Beispiel unerlaubt an Dritte weitergeben könnten. Die Sorge vor einem Betrug beim Online-Einkauf, bei einer Online-Auktion oder beim Online-Banking haben 44 Prozent der Internetnutzer. Deutlich geringer ausgeprägt ist die Angst vor Cybermobbing (19 Prozent) oder sexueller Belästigung im Internet (15 Prozent). Nur 6 Prozent der Befragten sagen, dass sie sich im Internet gar nicht bedroht fühlen.