Zu wenig Schutz vor Computerviren in den Unternehmen

Das Atomkraftwerk Gundremmingen hat eine Schadsoftware in seinem System gefunden. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, teilte der Betreiber mit.

Göttingen, 26.04.2016 – Wer diese Meldung in der der Online-Ausgabe der Zeit gelesen hat, fragt sich zurecht, ob deutsche Unternehmen immer noch zu leichtfertig mit der Bedrohung durch Computerviren und Schadsoftware umgehen.

Cybercrime-Aktivitäten rückläufig und trotzdem gefährlich

Auch wenn die Straftaten im Bereich Cybercrime leicht rückläufig sind, heißt das noch lange nicht, dass die Gefahren durch Schadsoftware gebannt ist.

Anzahl der Straftaten im Bereich Cybercrime in Deutschland nach Art des Delikts in den Jahren 2010 bis 2014
Anzahl der Straftaten 2010 2011 2012 2013 2014
Cybercrime im engeren Sinne* 59.839 59.494 63.959 64.426 49.925
Computerbetrug 27.292 26.723 24.817 23.242 22.308
Ausspähen, Abfangen von Daten 15.190 15.726 16.794 15.909 11.887
Datenveränderung, Computersabotage 2.524 4.644 10.857 12.766 5.667
Datenfälschung, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung 6.840 7.671 8.539 9.779 8.009
Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten 7.993 4.730 2.952 2.730 2.054

Alle weiteren Informationen zur Statistik finden Sie auf Statista


Ein Virus, Trojaner oder andere Schadsoftware kann  zu ernsthaften Problemen führen. Verschiedene Programme sind dann oftmals nicht mehr ausführbar. Im schlimmsten Fall können Daten verloren gehen, das Betriebssystem beschädigt werden und im Extremfall sogar Teile der Hardware zu Schaden kommen, was große, finanzielle Verluste auch durch Produktionsausfälle mit sich ziehen kann. Wirkungsvolle Antivirenprogramme sollten für jedes Unternehmen zur Grundausstattung gehören.

Anti-Viren-Software ist kein Allheilmittel

Prinzipiell hat eine Antiviren-Software die Aufgabe den Computer vor einem Schädlingsbefall zu schützen. Wird ein Virus gefunden, sorgt die Software dafür, den Eindringling unschädlich zu machen. Außerdem scannt das Antivirenprogramm den PC regelmäßig, um nach etwaigen Viren zu suchen. Trotzdem ist die Software nur eine Art Airbag, die vor Gefahren schützt. Zusätzlich muss es gerade in Unternehmen klare Verhaltensregeln geben um die Gefahr von Bedrohungen so klein wie möglich zu halten. Dazu zählt der Umgang mit externen Daten genauso wie klare Regeln beim Surfen im Netz. Auf dem Markt sind zahlreiche Antivirenprogramme von diversen Anbietern erhältlich.  Um das passende Antivirenprogramm zu finden, lohnt sich ein Vergleich der gängigen Anbieter.

Damit eine Antivirensoftware bestens funktioniert, muss sie ordnungsgemäß installiert werden. Wird das Programm zum ersten Mal eingerichtet, wird häufig gefragt, auf welche Bereiche die Antivirensoftware zugreifen darf. Es ist nötig, alle Aktionen zu erlauben, damit die Arbeit des Viren-Programms optimal laufen kann. Die alte Viren-Software sollte vor der neuen Installation vollends entfernen werden. Zudem ist die Registrierungsdatenbank von alten Einträgen zu reinigen.

Bedrohung per mail

Die beste Antivirensoftware nützt jedoch nichts, wenn leichtfertig mit email Anhängen umgegangen wird. Anfang des Jahres macht Locky die Runde und nur gegen Lösegeldzahlungen wurde man die Schadsoftware wieder los.