Mit „Big Data“ Chancen für die Wirtschaft schaffen

Damit Unternehmen Big Data, also große Datenmengen, nicht nur sammeln, sondern auch sinnvoll verarbeiten können, benötigen sie entscheidende Grundlagen bei der Infrastruktur, in der Gesetzgebung und bei der Bildung. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat nun das Eckpunktepapier „Big Data – Große Chancen für deutsche Unternehmen“ veröffentlicht, das das erforderliche Vorgehen skizziert.

Berlin, 02.05.2016 – Immer größere Datenmengen und leistungsfähigere Technologien ermöglichen den Unternehmen merh personen- und maschinenbezogenen Informationen auszuwerten sowie neue Erkenntnisse und Geschäftsmodelle zu erlangen. Um Big Data sinnvoll einsetzen zu können, müssen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die entscheidenden Weichen stellen. In seinem Eckpunktepapier „Big Data – Große Chancen für deutsche Unternehmen“ beschreibt der DIHK die benötigten Grundlagen:

  • Klarheit über die Nutzungsrechte an den Daten herstellen: Bevor neue gesetzliche Regelungen geschaffen werden, muss zuerst gezeigt werden, warum bestehende Regelungen nicht ausreichen.
  • Die Grundlagen für die erfolgreiche Nutzung von Big Data schaffen: Benötigt werden ein zukunftsorientierter Breitbandausbau, Daten- und Informationssicherheit und Kompetenzen in den Unternehmen zur Datenanalyse.
  • Gemeinsame Plattformen entwickeln: Kleine und mittlere Unternehmen müssen sich entlang der Lieferkette enger vernetzen, um die Potenziale des Datenaustauschs für ihre digitalen Geschäftsmodelle besser zu nutzen.
  • Faire Wettbewerbsbedingungen sichern: Nur durch gleiche Rahmenbedingungen und Rechtsdurchsetzung können faire Wettbewerbsbedingungen gesichert werden.
  • Qualifikationen und Fähigkeiten für Datenanalyse schaffen: Damit Unternehmen Big Data-Techniken nutzen können, benötigen sie hochqualifizierte Fachkräfte. Basiskompetenzen werden in den Schulcurricula sowie in der Lehrerbildung erforderlich.

Big Data als Wettbewerbsfaktor

Mithilfe von Big Data, können Unternehmen mehr Daten sammeln, diese schneller zusammenführen und verarbeiten und dadurch Gesetzmäßigkeiten, Strukturen und Muster besser erkennen. Dadurch können Firmen ihre Prozesse optimieren, ein besseres Marktverständnis entwickeln, Prognosen erstellen und daraufhin fundiertere Entscheidungen treffen. Sie können aber auch gezielt Daten zusammenstellen, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu optimieren bzw. komplett neue individualisierte Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Damit wird Big Data für viele Unternehmen zu einem strategischen Faktor.
Doch derzeit sind die Kompetenzen im Bereich Big Data international ungleich verteilt. Beispielsweise erhalten nur einige wenige große US-amerikanische Unternehmen die wichtigen Daten, die durch Mobile-Betriebssysteme bzw. die App-Stores gesammelt werden und Aufschluss über Kaufgewohnheiten und -abwicklung, bis hin zu Gesundheitsdaten geben. Nicht nur Apps, sondern auch andere Verkaufsplattformen im Internet sammeln für die Unternehmen große Datenmengen.

Big Data-Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen verbessern

Damit deutsche Unternehmen besser von Big Data profitieren können, werden Rahmenbedingungen benötigt, die von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft geschaffen werden müssen. Dazu zählen:

  • Gemeinsame Plattformen / digitale Ökosysteme entwickeln
  • Zukunftsfähige europäische Datenschutz-Rahmenbedingungen schaffen
  • Faire Wettbewerbsbedingungen sichern
  • Klarheit über die Nutzungsrechte an den Daten herstellen
  • Breitbandausbau zukunftsorientiert planen
  • Daten- und Informationssicherheit in Unternehmen verbessern
  • Qualifikationen und Fähigkeiten für Datenanalyse schaffen

Das DIHK-Eckpapier „Big Data – Große Chancen für deutsche Unternehmen“ können Sie hier kostenlos downloaden.