Digitalisierungsprozess bei Versicherungen umstritten

Während Versicherungen den Digitalisierungsprozess ihrer Angebote immer weiter voran treiben, ist die Mehrheit der Vertriebler mit der Software nicht zufrieden. Das zeigt die „Kubus Sonderstudie Digitalisierung 2015“ von der MSR Consulting Group GmbH.

_MSR Consulting Group GmbH
Befragung Makler_MSR Consulting Group GmbH

Göttingen, 19.08.2015 – Während im Vertrieb der Versicherungsangebote die Angst vorherrscht, dass die Software im Kundengespräch nicht funktioniert oder die persönliche Bindung verloren geht, wünschen sich laut Studie die Kunden verstärkt die Online-Kommunikation.

Im Bereich der Zahnzusatzversicherung verwenden etwa 51 Prozent der befragten Makler zwar die Software der Versicherer für die Angebotserstellung, allerdings sind rund 63 Prozent der Nutzer mit der Handhabung in Kundengesprächen unzufrieden. In den Bereichen Leben-, Kranken- und Rechtsschutz sind dagegen mehr als die Hälfte der Befragten mit der Software zufrieden.

Persönliche Bindung zum Kunden bewahren

Digital-Affinität im Versicherungssektor _MSR Consulting Group GmbH
Digital-Affinität im Versicherungssektor _MSR Consulting Group GmbH

Laut Studie fehlt es der Software oft an Funktionalität, Akzeptanz und Nutzerfreundlichkeit. Außerdem würde der Laptop „wie eine Mauer zwischen Vermittler und Kunde“ wirken und viele Vertriebler hätten Angst davor, dass der Laptop abstürzen könnte. Zudem seien nicht alle gewünschten Angebote mit der Software erstellbar. Durch diese Faktoren besteht die Angst, dass die persönliche Bindung zum Kunden verloren gehe.

Doch laut Studie wünschen sich viele Kunden mehr Digitalisierung. Jeder dritte Befragte ist digitalen Angeboten aufgeschlossen. Besonders jüngere Kunden wünschen sich mehr Informationen per Email. Auch Gewerbekunden haben eine Tendenz zur elektronischen Kommunikation – 60 Prozent gaben an „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Per Brief und Fax sind es nur 47 Prozent.
Die befragten Kunden, die sich für die Digitalisierung aussprachen, waren gleichzeitig auch am zufriedensten mit den bestehenden elektronischen Angeboten. 70 Prozent von ihnen gaben an, „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ zu sein. Von den Gegnern der Digitalisierung sind dagegen nur 51 Prozent zufrieden mit dem Betreuer. Frauen gehören mit 61 Prozent zu der Mehrheit der Skeptiker.