Abmahnung und Kündigung bei Minderleistung

Einen schlechten Tag hat jeder einmal und ist dann auf der Arbeit nicht so leistungsfähig wie sonst. Das sollte allerdings die Ausnahme und nicht die Regel sein, denn sonst hat der Arbeitnehmer mit Konsequenzen zu rechnen.

Abmahnung und Kündigung bei Minderleistung _Thorben Wengert_pixelio.de
Abmahnung und Kündigung bei Minderleistung _Thorben Wengert_pixelio.de

Göttingen, 15.09.2015 – Wer dauerhaft schlechte Leistungen bringt, wird von seinem Arbeitgeber als Minderleister, ein sogenannter Low Performer, eingestuft. Doch oft ist sich der Arbeitnehmer gar nicht bewusst, dass er als solcher gilt. Denn diese Leistungsbeurteilung ist keine exakte Wissenschaft und häufig strittig. So kann es beispielsweise sein, dass ein Angestellter aufgrund einer schwierigen persönlichen Situation oder einer Verletzung nicht mehr an seine alten Leistungen anknüpfen kann – dennoch hat er nicht gleich mit einer Abmahnung zu rechnen.

Das Gehalt kann wegen einer Minderleistung nicht einfach gekürzt werden. Nur bei einem vertraglich vereinbarten, leistungsbezogenen Lohn ist das möglich. Und dann auch nur in Ausnahmefällen. Dagegen kann der Chef aber bei mangelnder Leistung den Arbeitnehmer abmahnen und ihm in Wiederholungsfällen auch kündigen.

Verhaltens- oder personenbedingte Kündigung

Soll einem leistungsschwachen Mitarbeiter gekündigt werden, kann das aus verhaltens- oder personenbedingten Gründen, nach  § 1 Absatz 2 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) geschehen.

Zielt eine Kündigung auf das Verhalten ab, hat der Angestellte unter seiner persönlichen Leistungsfähigkeit, vertraglich vereinbarten Arbeitsleistung oder der durchschnittlichen Leistung im Betrieb gearbeitet.
Eine personenbedingte Kündigung ist dann möglich, wenn ein Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum erheblich weniger leistet und auch in Zukunft keine Besserung zu erwarten ist. Der Arbeitnehmer kann sich nicht anders verhalten. Vor der Kündigung sollte der Arbeitgeber aber mildere Mittel ausprobiert haben, wie beispielsweise die Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz.

Generell sollte der Chef bei einer Minderleistung das Gespräch mit dem Angestellten suchen. Auch der Mitarbeiter sollte bei nachlassender Leistung das Gespräch mit seinem Vorgesetzten suchen und mögliche Gründe nennen. So lässt sich eine Abmahnung oder Kündigung noch verhindern.