Der Wechsel in Teilzeitarbeit

Für den Fall, dass ein Arbeitnehmer seine Arbeitszeit reduzieren möchte, stehen unterschiedliche Modelle der Teilzeitarbeit zur Verfügung. Der Artikel bietet einen Überblick über die verschiedenen Formen.

Göttingen, 13.06.2017 – Teilzeitarbeit liegt beispielsweise bei geringfügiger Beschäftigung, Arbeitsplatzteilung (Jobsharing) und Altersteilzeit vor. Das heißt die Wochenarbeitszeit ist kürzer als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers. Vergleichbar ist dieselbe Art des Arbeitsverhältnisses und der gleichen oder ähnlichen Tätigkeit.

Folgende Teilzeitmodelle existieren:

  • Klassisches Teilzeitmodell: Die tägliche Arbeitszeit ist stundenweise reduziert.
  • Verteilen der Arbeitszeit: Die wöchentliche Arbeitszeit wird auf zwei bis fünf Tage verteilt. Dabei kann auch die tägliche, wöchentliche oder monatliche Stundenanzahl variieren. Dieses Modell ist am verbreitetsten.
  • Jobsharing: Zwei Arbeitnehmer teilen sich eigenverantwortlich einen Arbeitsplatz.
  • Teilzeit-Team: Der Arbeitgeber gibt nur vor, wie viele Mitarbeiter in bestimmten Zeitabschnitten anwesend sein müssen. Das Team plant dann die jeweilige persönliche Arbeitszeit.

Zwar gibt es auch noch andere Teilzeitmodelle, allerdings sind die genannten die häufigsten und wichtigsten.

Vor- und Nachteile für den Arbeitgeber

Vorteile

Durch die Teilzeitarbeit kann der Arbeitgeber möglicherweise den Personaleinsatz flexibler gestalten und an den Bedarf bzw. die Nachfrage anpassen. Je nach Teilzeitmodell können dadurch sogar Kosten gespart werden. Außerdem zeigen Untersuchungen, dass die Produktivität von Arbeitnehmern in Teilzeit höher ist und Fehlzeiten sowie Arbeitsunfälle seltener vorkommen.

Nachteile

Unter Umständen kann es für den Arbeitgeber zu zusätzlichen Aufwendungen kommen, wenn ein Arbeitnehmer auf Teilzeit umstellt. Die Lohnnebenkosten können steigen, da sich der Aufwand für Verwaltung und Organisation erhöht. Allerdings amortisieren sich die zunächst höheren Kosten noch im Laufe des ersten Jahres der Teilzeitbeschäftigung.

Stellt ein Arbeitnehmer einen Antrag auf die Verringerung der Arbeitszeit, kann dieser unter bestimmten Bedingungen vom Arbeitgeber abgelehnt werden. Das ist dann der Fall, wenn

  • die Reduzierung der Stunden die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt
  • oder die Umstellung unverhältnismäßige Kosten verursacht.

Teilzeit während der Elternzeit

Es ist möglich während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten. Erlaubt sind 15 bis 30 Wochenstunden. So können bei gleichzeitiger Elternzeit die Eltern insgesamt 60 Wochenstunden erwerbstätig sein.

Ein Arbeitnehmer in Elternzeit hat sogar einen Rechtsanspruch auf die Verringerung der Arbeitszeit. Voraussetzung muss dafür sein, dass der Arbeitgeber mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt, das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate ohne Unterbrechung andauert und  keine dringenden betrieblichen Gründe gegen den Anspruch sprechen.

Außerdem muss die Arbeitszeit während der Elternzeit für mindestens zwei Monate auf eine Stundenzahl von 15 bis 30 Wochenstunden verringert werden. Nach Ende der Elternzeit kann hat der Arbeitnehmer einen Anspruch darauf wieder zur alten Arbeitszeit zurückzukehren.

Der Urlaubsanspruch in Teilzeitbeschäftigung

Bei der Berechnung des Urlaubsanspruchs ergibt sich kein Problem, wenn der Arbeitnehmer jeden Tag in der Woche, aber mit einer geringeren Stundenanzahl als üblich arbeitet. In diesem Fall umfasst der Urlaubsanspruch der Teilzeitkraft genauso viele Urlaubstage wie bei den vollzeitbeschäftigten Kollegen. Eine geringere Stundenanzahl führt also nicht zu einem verkürzten Urlaubsanspruch.

Arbeitet der Teilzeitarbeitnehmer nur an einigen Tagen in der Woche, ist die Anzahl der Urlaubstage in dem Verhältnis anzupassen, in dem die Beschäftigungstage zu den Werktagen des Kalenderjahres stehen. Den Urlaubsanspruch errechnet man dann so, dass die Gesamtdauer des Urlaubs (z.B. 30 Arbeitstage = 6 Wochen vereinbart sind) durch die betriebsübliche Zahl der Arbeitstage pro Kalenderwoche (z.B. 5 Arbeitstage) geteilt und anschließend mit der wöchentlichen Zahl der Arbeitstage der Teilzeitkraft multipliziert wird.

Ein Beispiel: In einem Betrieb besteht ein Anspruch auf 30 Tage Urlaub bei einer Fünftagewoche (= 6 Wochen Urlaub). Die Teilzeitkraft arbeitet an drei Tagen in der Woche. Dadurch ergibt sich ein Urlaubsanspruch von 18 Tagen im Jahr (30 : 5 x 3).

Rückkehr zur Vollzeitarbeit

Es besteht kein gesetzlicher Anspruch auf die Verlängerung der Arbeitszeit eines Teilzeitbeschäftigten auf Vollzeit. Ein entsprechender Gesetzesentwurf, der dies ändern soll, wird zurzeit ausgearbeitet.

Eine Rückkehr von Teilzeit auf Vollzeit ist dann einfach möglich, wenn es sich um eine befristete Stundenreduzierung handelt und diese vorher vertraglich vereinbart wurde.

Eine andere Möglichkeit der Stundenaufstockung besteht dann, wenn im Betrieb eine Vollzeitstelle frei wird. Dann ist der Teilzeitbeschäftigte bei gleicher Eignung bevorzugt zu berücksichtigen. Ausnahmen bilden dringende betriebliche Gründe oder Arbeitszeitwünsche anderer teilzeitbeschäftigter Mitarbeiter.