Gesundheit von Azubis ist gefährdet

Azubis in Deutschland lernen in ihren jeweiligen Betrieben anscheinend nicht nur die Fertigkeiten für ihren Beruf und nehmen ihre älteren Kollegen dabei als Vorbild, sondern gucken sich auch deren Lebensweise ab. Kein Wunder also, dass die 1,4 Millionen Lehrlinge in Deutschland, laut Fehlzeitenreport der AOK, bereits unter ähnlichen gesundheitlichen Problemen wie die älteren Semester leiden.

Gesundheitsvorsorge bei Azubis _Foto: Peter_Pleischl_pixelio.de_.jpg
Gesundheitsvorsorge bei Azubis _Foto: Peter_Pleischl_pixelio.de_.jpg

Göttingen, 02.11.2015 – Zu wenig Bewegung, schlechte Ernährung, wenig Schlaf, Suchtmittelkonsum oder die Dauernutzung digitaler Medien belasten jeden fünften Azubi in Deutschland. Sie leiden unter Müdigkeit, Mattheit, Kopf- und Rückenschmerzen – genauso wie ihre älteren Kollegen. Jeder dritte Azubi klagt bereits über häufig auftretende körperliche und psychische Beschwerden. Der AOK-Fehlzeitenbericht zeigt: Die Gesundheit von Azubis ist gefährdet.

Azubi finden, binden und gesund halten

Betriebe müssen sich nicht nur bei der Suche und dem anschließenden Binden von Azubis Gedanken machen, sondern auch um deren langfristige Gesundheit. Da die Unternehmen nicht auf das Privatleben Einfluss nehmen können, muss zumindest ein gesunder Arbeitsplatz geboten werden.

Ein wichtiger Punkt ist gesundes Essen. Hier können die Betriebe gezielt Prävention betreiben. Denn laut AOK-Fehlzeitenreport frühstückt jeder Vierte der Befragten nicht regelmäßig, fast jeder Fünfte verzichtet auf ein tägliches Mittagessen, benso viele essen mehrfach pro Woche Fastfood und mehr als die Hälfte greift häufig zu Süßigkeiten. Fehlende sportliche Aktivitäten verschlimmern die Auswirkungen dieses ungesunden Essverhaltens. Betriebe sollten sich deswegen Gedanken machen, was sie für eine gesunde und regelmäßige Ernährung sowie für sportliche Betätigung im Alltag tun können.

Jugendliche benötigen außerdem zwar nicht weniger, aber meist später Schlaf, sind deswegen gerne lange wach und erst später am Tag voll einsetzbar. Das liegt an hormonellen Umbaumaßnahmen im Gehirn, die auch bis mitte 20 noch nachwirken können. Falls es in Ihrem Betrieb möglich ist, könnten spätere Arbeitszeiten hilfreich sein.

Auch sollten mögliche Drogen- und Alkoholprobleme bei Azubis vom Betrieb ernstgenommen werden. Durch Präventionsmaßnahmen behalten sie einen gesunden Lehrling und gewährleisten so die Sicherheit in ihrem Unternehmen.

Steuerbegünstigungen bei Gesundheitsförderung

Am Finanziellen sollte die betriebliche Gesundheitsförderung nicht scheitern, denn dafür gibt es Steuerbegünstigungen. Beispielsweise können Sportangebote unter bestimmten Bedinungen als Betriebsausgaben geltend gemacht werden – fragen Sie einfach mal bei Ihrem Steuerberater nach, was es für Möglichkeiten gibt. Denn es sind bis zu 500 Euro für Gesundheitskosten pro Mitarbeiter drin  Es muss ja nicht gleich ein Fitnessstudio sein, da reicht auch das ein oder andere Sportgerät in einer ruhigen Ecke, Hanteln oder Diensträder. Von diesen Anschaffungen profitieren nicht nur die Azubis, sondern auch die restlichen Mitarbeiter.