Gesundheitliche Chancengleichheit im Betrieb

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) hat eine aktuelle Studie über die gesundheitliche Chancengleichheit im Betrieb veröffentlicht. 

Dresden, 19.09.2017 – Sind Polizisten auf Streife stärker gefährdet als Polizistinnen? Passt die Sicherheitsbekleidung im Betrieb Männern und Frauen? Ist die Mitarbeiterin aus der Buchhaltung krank, weil es zu sexuellen Belästigungen kam? Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz haben vielfach auch eine geschlechtliche Dimension. Eine wissenschaftliche Publikation der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) zeigt, wie Unternehmen systematisch ungleiche Gesundheitschancen von männlichen und weiblichen Mitarbeitern erkennen und etwaige Defizite beheben können.

Schwerpunkt Gender

Das Präventionsgesetz fordert unter anderem die Verringerung geschlechtsbezogener Ungleichheit in den Gesundheitschancen. Bei der Erreichung dieses Ziel kommt vor allem den vorherrschenden Rollenerwartungen an das jeweilige Geschlecht eine zentrale Rolle zu. Die damit verbundene Zuweisung unterschiedlicher Aufgaben und deren Auswirkungen auf die Gesundheitschancen standen deshalb bei der Untersuchung und Aufarbeitung dieses Themas besonders im Fokus.

Die Grundfragen im iga.Report 35 lauten:

  • Sind Ressourcen und Belastungen unterschiedlich auf Frauen und Männer verteilt?
  • Werden gesundheitliche Risiken für das jeweilige Geschlecht wahrgenommen und wenn ja, wie?
  • Und wie können wirksame Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um die Gesundheitschancen ausgewogen zu gestalten?

Der iga.Report 35 „Gesundheitliche Chancengleichheit im Betrieb: Schwerpunkt Gender“ stellt zentrale Leitlinien für ein geschlechtergerechtes und gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld vor – vom Abbau von Stereotypen (wie z. B. „Kinderbetreuung ist Frauensache“) bis zur Herstellung von Chancengleichheiten von Männern und Frauen. Es wird aufgezeigt, wie Prävention und Gesundheitsförderung im Arbeitsumfeld mit dem „Gender-Blick“ betrachtet, gesundheitliche Gefährdungen erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Dabei geht es unter anderem darum, wie Belastungen und der Zugang zu „Ressourcen“ in Beruf und Familie – wie z. B. die freie Arbeitszeitgestaltung und Erholungsmöglichkeiten – bei den Geschlechtern verteilt sind. Der Report enthält zahlreiche Praxiswerkzeuge, darunter einen Fragebogen zum Thema „Gender und psychische Belastungen“, Analyse-Tools sowie Tipps zur gendersensiblen Sprache.

Gesundheitsförderung und Prävention

Der iga.Report richtet sich an betriebliche und überbetriebliche Akteurinnen und Akteure in der Gesundheitsförderung und Prävention. Er skizziert, wie verschiedene Perspektiven und fachliche Zugänge einbezogen werden können und zeigt, dass sich Vielfalt und Chancengleichheit in der Gesundheitsförderung und Prävention gut durch einen systematischen Prozess fördern lassen.

Die Anwendung der vorgestellten Maßnahmen und Werkzeuge kann Unternehmen viele Vorteile bringen: von der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder firmeneigener ethischer Ansprüche bis hin zu einem ökonomischen Nutzen, z. B. durch die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber.

Dem iga.Report 35 können Sie hier herunterladen.