Mit Freiberuflern gegen Fachkräftemangel

Der Mittelstand klagt über Fachkräftemangel und unzureichende Ausbildungen. Dadurch entgehen den Unternehmen Milliarden. Freiberufler könnten die Lücken schließen, doch nur selten werden sie von Unternehmen eingesetzt.

Mit Freiberuflern gegen Fachkräftemangel _Tim Reckmann_pixelio.de
Mit Freiberuflern gegen Fachkräftemangel _Tim Reckmann_pixelio.de

Göttingen, 11.08.2015 – Während große Unternehmen im Rennen um Fachkräfte die Nase durch attraktive Karrieremöglichkeiten vorn haben, fehlen dem deutschen Mittelstand qualifizierte Mitarbeiter. Umsatzeinbußen in Höhe von geschätzt 36,5 Milliarden Euro sind laut Mittelstandsbarometer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY die Folge. Denn Aufträge können entweder nicht fristgerecht fertig gestellt oder gar nicht erst angenommen werden.

Freiberufler wenig gefragt

Die Lücken in der Mitarbeiterschaft könnten einfach durch Freiberufler geschlossen werden, doch die meisten mittelständischen Unternehmen greifen auf diese Option nicht zurück. Laut einer Umfrage des Personaldienstleisters Hays setzen nur zehn Prozent der 225 befragten mittelständischen und großen Unternehmen externe Mitarbeiter ein. 16 Prozent geben an, dass ihnen Freelancer helfen könnten, beauftragen aber trotzdem keine.
Große Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitern beauftragen häufig Freiberufler, besonders in den Bereichen IT, Werbung, Gestaltung oder Recht. In den mittelständischen scheint es also Nachholbedarf zu geben.

Freelancer häufig im IT-Bereich

Die Hays-Umfrage zeigt, dass Unternehmen besonders im Bereich der Digitalisierung stark unter Druck gesetzt werden. Deswegen werden IT-Spezialisten gesucht, die sich schnell an neue Anforderungen anpassen können. Oft werden diese Fachkräfte aber nur zeitlich begrenzt benötigt, beispielsweise für bestimmte Projekte oder einzelne Vorgänge außerhalb des laufenden Betriebs. 32 Prozenten der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass der Bedarf an Externen in den kommenden zwei bis drei Jahren weiter steigen wird.