Rückgang von Arbeitsunfällen hält an

Die Investitionen der Unternehmen in Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung zahlen sich aus: In 2013 gab es so wenig Arbeitsunfälle wie je zuvor. Das gab das Institut der deutschen Wirtschaft Köln bekannt.

Rückgang von Arbeitsunfällen _Paul-Georg Meister_pixelio.de
Rückgang von Arbeitsunfällen _Paul-Georg Meister_pixelio.de

Köln, 07.09.2015 – Im Jahr 2013 gab es in der gewerblichen Wirtschaft kamen auf 1.000 Vollarbeiter durchschnittlich nur noch rund 24 Arbeitsunfälle. Mit rund 790.000 Arbeitsunfällen gab es in der gewerblichen Wirtschaft gut 12.000 Unfälle weniger als im Jahr zuvor. Das meldeten die zuständigen Berufsgenossenschaften. Damit hat sich das Risiko eines Arbeitsunfalls seit 1990 mehr als halbiert.

Sogar in den beiden Branchen mit dem höchsten Unfallrisiko, der Bauwirtschaft sowie das Transport- und Verkehrsgewerbe, sind die Unfallzahlen seit Jahren rückläufig.

Doch die Angestellten sind nicht nur im Büro, auf der Baustelle oder in der Fabrikhalle versichert, sondern auch auf ihrem Arbeitsweg. Hier gab es zwar 2013 einen Anstieg um 7.500 Unfälle mehr im Vergleich zum Vorjahr, doch für diese können die Arbeitgeber nicht verantwortlich gemacht werden.

Berufsgenossenschaft greift bei Arbeitsunfällen

In 2013 waren rund 36,9 Millionen Beschäftigte in der Berufsgenossenschaft versichert – 700.000 mehr als im Vorjahr. Kommt es bei einem dieser Versicherten zu einem Unfall, ob nun auf der Arbeitsstelle oder auf dem Arbeitsweg, übernimmt die jeweilige Berufsgenossenschaft nicht nur die Kosten der medizinischen Behandlung, sondern auch die der Rehabilitation. Im Jahr 2013 haben die Berufsgenossenschaften der gewerblichen Wirtschaft dafür fast 4 Milliarden Euro ausgegeben.

Auch wenn der ursprüngliche Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, beispielsweise weil es zu einem Unfall oder im Laufe der Jahre zu chronischen Krankheiten gekommen ist, ist die Berufsgenossenschaft zuständig. Sie bemüht sich zuerst um eine Umschulung und Wiedereingliederung. Sollte das nicht möglich sein, zahlt sie eine Rente. Insgesamt wurden im Jahr 2013 rund 825.000 Renten an Versicherte und Hinterbliebene ausgezahlt. Die Ausgaben blieben konstant bei 5,6 Milliarden Euro. Die Gesamtausgaben der Berufsgenossenschaften sind mit 13,4 Milliarden Euro ebenfalls konstant geblieben.

Sicherheitsbeauftragte und Arbeitsschutzmaßnahmen

In 2013 sorgten mehr als 421.000 Sicherheitsbeauftragte für die Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen. In knapp 16.000 Kursen wurden 298.000 Personen geschult, darunter auch Unternehmer und Führungskräfte.

Die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand gaben 7,7 Prozent ihrer Aufwendungen für präventive Maßnahmen aus. Das sind rund 13,30 Euro pro Versicherten. Doch dazu kommen statistisch nicht erfasste Leistungen, die die Unternehmen selbst durchführen. Wie beispielsweise Sicherheitsrichtlinien, neue Maschinen oder ergonomische Arbeitsplätze.

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