Studie: Was Mitarbeiter zufrieden macht

Zur eigenen Lebensqualität gehören auch Erfolg und Zufriedenheit im Job. Welche Aspekte, neben dem Gehalt, dafür verantwortlich sind, haben Forscher vom Institut der Deutschen Wirtschaft in einer Studie veröffentlicht.

Köln, 29.08.2016 – Geld allein macht nicht glücklich, heißt es im Volksmund. Das mag stimmen, aber dennoch spielt das Gehalt eine wichtige Rolle bei der Zufriedenheit von Mitarbeitern. Das zeigt beispielsweise eine Studie der US-amerikanischen Princeton University, bei der die Forscher einen entsprechenden Zusammenhang bis zu einem Jahreseinkommen von 75.000 US-Dollar vorweisen konnten.

Ein ähnliches Ergebnis präsentierte kürzlich das Informationsportal meinestadt.de. Durch eine Umfrage unter 1.112 Arbeitnehmern wird deutlich: Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Teilnehmer war der Meinung, zum Zeitpunkt der Umfrage unterbezahlt zu sein. Dass führe zu einer gewissen Unzufriedenheit im Job. Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle.

Wann sind Mitarbeiter mit ihrem Job zufrieden?

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat jüngst ein Forschungsprojekt durchgeführt, mit dessen Hilfe ergründet werden sollte, von welchen weiteren Variablen die Zufriedenheit im Job abhängt. Als Datengrundlage wurde das Sozio-ökonomische-Panel (SOEP), eine Langzeitstudie in Deutschland, heran gezogen, an dem jährlich 10.000 bis 20.000 Menschen teilnehmen.

Dabei stellten die Forscher fest, dass ein weiterer wichtiger Einflussfaktor, neben Gehalt und Arbeitsumfeld, die individuellen Persönlichkeitsmerkmale sind. So seien laut IW-Studie emotional stabile, belastbare und selbstsichere Menschen in ihrem Job glücklicher, als schnell reizbare, nervöse oder ängstliche. Und das unabhängig vom Einkommen. Studienautorin und Verhaltensökonomin Mara Ewers hält den Zusammenhang für plausibel: „Wer widerstandsfähig ist und auch persönliche Krisen gut übersteht, kann auch Herausforderungen im Job leichter bewältigen.“

Vertrauen fördert die Zufriedenheit

Last but not least zeigen die Studienergebnisse, dass es außerdem wichtig ist mit anderen Menschen vertrauensvoll umzugehen. Etwa 72 Prozent der Befragten, die der Aussage „Im Allgemeinen kann man den Menschen vertrauen“ zustimmten, haben ebenfalls an, mit ihrem Leben hochzufrieden zu sein. Dagegen waren von Menschen, die anderen kein Vertrauen schenken, nur 31 Prozent hochzufrieden.

Daraus resultiert: Wer anderen positiv gegenüberstehe, könne nicht nur persönlich davon profitieren, sondern auch in Geschäftsdingen. Die Forscher hatten ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Gehalt und Vertrauen zu anderen festgestellt. Demnach ist diese Kausalität bei hochbezahlten Mitarbeitern weitaus stärker ausgeprägt. „Ein Grund dafür kann sein, dass misstrauische Menschen eher Zeit und Kraft für Kontrollen verwenden und daher weniger produktiv sind“, sagt die Studienautorin Mara Ewers.