Nutzungsrechte von Bildern auf Webseiten

Weder Webseite, noch Online-Shop kommen ohne sie aus: Bilder. Und das Internet ist ein unendlicher Fundus. Aber beim Thema Urheberschaft und Nutzungsrechte von Bildern herrscht häufig große Unsicherheit. Welche Bilder, Grafiken und Videos dürfen frei verwendet werden und welche nicht?

Göttingen, 14.11.2016 – Man muss sich bei der Verwendung von Bildern bewusst sein, dass diese immer urheberrechtlich geschützt sind. Und das selbst bei den trivialsten Motiven, wie beispielsweise einem Apfel. Das unterscheidet Bilder von Texten, bei denen es auf die sogenannte Schöpfungshöhe ankommt.

Wer Bilder, Grafiken oder Videos unerlaubt auf seiner Homepage oder für den Online-Shop nutzt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Dazu zählen auch Ausschnitte von Stadtplänen.

Fotograf ist Urheber

Wer ein Foto, Video oder eine Grafik erstellt hat, ist der Urheber und besitzt alle Rechte an seinem Werk. Dabei wird zwischen nicht übertragbaren Urheberpersönlichkeitsrechten und den übertragbaren Verwertungsrechten unterschieden. Die nicht übertragbaren Urheberpersönlichkeitsrechte beinhalten die Entscheidung, ob ein Bild überhaupt veröffentlicht werden darf sowie das Recht auf Namensnennung.

Doch auch als Urheber gibt es Einschränkungen zu beachten. So darf ein Bild, auf dem eine Person gut erkennbar abgebildet ist, nur dann veröffentlicht werden, wenn diese ausdrücklich zustimmt. Handelt es sich um eine größere Menschenmenge/-gruppe, wie beispielsweise bei einem Konzert, kann darauf verzichtet werden. Eine weitere Einschränkung ist die sogenannte Panoramafreiheit. Das bedeutet, dass Gebäude, Kunstwerke oder Sehenswürdigkeiten fotografiert und veröffentlicht werden dürfen, aber nur wenn die Motive von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen einsehbar sind. Auf eine Leiter steigen und über eine Hecke hinweg fotografieren, ist somit verboten.

Bildportale, Lizenzen & Nutzungsrechte

Nur weil ein Bild im Internet verfügbar ist, heißt das noch nicht, dass es frei verwendet werden darf. Es muss immer eine Nutzungsvereinbarung (Lizenz) mit dem jeweiligen Rechteinhaber abgeschlossen werden, wenn ein Bild für einen bestimmten Zweck eingesetzt werden soll.

Inzwischen gibt es verschiedene Plattformen, die nach ganz unterschiedlichen Modellen Fotos anbieten. Es empfiehlt sich sehr genau die jeweiligen Nutzungsrechte zu lesen.

Es gibt Portale, die Fotos komplett kostenlos anbieten. Diese sind aber oftmals nur zur privaten Nutzung gedacht und nicht für eine Unternehmenswebseite oder einen Online-Shop. Es sei denn, die Bilder werden auch ausdrücklich für die kommerzielle Verwendung frei gegeben.

Bei kostenpflichtigen Bildern müssen zwei Varianten unterschieden werden: lizenzpflichtig und lizenzfrei (Royalty free). Die Kosten für ein lizenzpflichtiges Foto oder Video richten sich in der Regel nach Nutzungsdauer, Reichweite, Umfeld usw. Wichtig: Lizenzfreie Fotos sind nicht kostenlos! Für sie wird aber nur eine einmalige Zahlung fällig und keine regelmäßigen, wie bei den lizenzpflichtigen Bildern.

Da dem Fotografen in jedem Fall das Recht auf Urheberkennzeichnung zusteht, muss er bei der Bildverwendung genannt werden. Bildportale verlangen oftmals sogar einen Hinweis oder den Link zur Quelle. Auch dabei gilt: Nutzungsbedingungen genau durchlesen und beachten, sonst kann es teuer werden.

Schadensersatz bei Verletzung der Nutzungsrechte

Wird ein Foto verwendet, ohne dass eine Vereinbarung mit dem Urheber bzw. Shop- oder Seitenbetreiber getroffen wurde, spricht man vom Bilderklau. Der Urheber und Inhaber der Nutzungsrechte kann gegen diese unberechtigte Bildnutzung vorgehen und einen Unterlassungsanspruch, etwa im Wege einer Abmahnung, durchsetzen. Außerdem kann Schadensersatz verlangt werden. Wie hoch dieser ausfällt, richtet sich nach dem Umfang der rechtswidrigen Nutzung. Die Gerichte orientieren sich dabei an der Übersicht der marktüblichen Vergütung für Bildnutzungsrechte der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing.