Abmahnfalle Website – Die 5 größten Risiken

Wer eine Webseite betreut und betreibt weiß, dass viele Fallstricke drohen, die Abmahnungen nach sich ziehen können. Was beachtet werden muss, hat der selbständige Trainer und Berater in den Schwerpunkten Online-Marketing und Social Media Marketing Felix Beilharz im Interview mit Rechtsanwalt Christian Solmecke geklärt.

 

Stempel mit Abmahnung
Abmahnfalle Website | Tim Reckmann / pixelio.de

Göttingen, 7.11.2014 – Abmahnfalle Website: Wer im Internet unterwegs ist, weiß um die vielen Möglichkeiten Fehler zu machen, die Abmahnungen und Klagen nach sich ziehen können. Ein falscher Link, eine vergessene Information im Impressum, und schon liegt eine solche Abmahnung im Briefkasten. Felix Beilharz hat mit dem Rechtsanwalt Christian Solmecke ein Interview über genau diese Fallen geführt.

Das ganze Interview: Abmahnfalle Website – Die 5 größten Risiken gibt es hier als Video

Abmahnrisiken im Überblick:

Wer also auf die folgenden Punkte achtet, der kann eine Abmahnung oder sogar Klage weitgehend umgehen.

  1. Haftungsausschluss / Disclaimer: Viele Webmaster schreiben in das Impressum Klauseln wie “Keine Abmahnung ohne vorherige Kontaktaufnahme” oder “Wir haften nicht für ausgehende Links”. Das ist nicht nur unwirksam, sondern sogar ein Abmahngrund.
  2. Falsches Impressum: Nicht nur fehlende Angaben im Impressum können zu einer Abmahnung führen, sondern auch zuviele oder die falschen Angaben. Auch die Social Media Kanäle brauchen ein Impressum.
  3. Tracking und Datenschutz: Neben der anonymisierten Übertragung der IP-Adresse ist ein entsprechender Datenschutzhinweis wichtig. Auch für jeden verwendeten Social Media-Button muss ein Datenschutzhinweis integriert werden. Der Link zum Datenschutzhinweis muss auch als “Datenschutz” benannt sein, den Hinweis einfach im Impressum unterzubringen, reicht nicht aus!
  4. Werben mit Selbstverständlichkeiten: Wer auf seiner Website Angaben macht wie “14 Tage Rückgaberecht” oder “2 Jahre Garantie”, zieht Abmahnungen geradezu an. Mit Selbstverständlichkeiten darf nicht geworben werden!
  5. Kaufen-Button: Der Bestellbutton in Online-Shops muss eindeutig auf eine Zahlungspflicht hinweisen. Und auch dabei gibt es einiges zu beachten.

Abmahnwellen für bestimmte Online-Sparten

Als Mitte des Jahres eine Gesetzesänderung der Widerrufsbelehrung in Kraft trat, wurde auch hier eine große Abmahnwelle für Onlineshop-Vetreiber befürchtet. Die Verwendung der neuen Widerrufsbelehrung ist seit dem 13.06.2014 für jeden Händler gesetzlich vorgeschrieben. Egal ob im eigenen Online-Shop oder bei eBay, Amazon, DaWanda & Co. Wenn Online-Shopbetreiber eine alte oder falsche Widerrufsbelehrung verwenden, verlängert sich das Widerrufsrecht der Kunden von 14 Tagen auf 1 Jahr und 14 Tage. Der Kunde kann die benutze Ware also auch noch 1 Jahr nach dem Kauf zurück geben und sein Geld von Ihnen verlangen. Da viele Online-Shops noch keine Umstellung der Widerrufsbelehrung vorgenommen haben, wird eine Abmahnwelle bei Online-Shopbetreibern befürchtet.