Abmahnung wegen Verschlafen erlaubt?

Der Wecker hat nicht geklingelt und man kommt deswegen zu spät zur Arbeit. Das ist ärgerlich und stört im schlimmsten Fall den Betriebsablauf. Aber kann der Arbeitnehmer wegen Verschlafen eine Abmahnung erhalten?

Göttingen, 02.11.2016 – Will ein Arbeitnehmer keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen fürchten, muss er sicherstellen, dass er seine arbeitsvertraglichen Pflichten erfüllt. Dazu zählt auch das pünktliche Erscheinen am Arbeitsplatz. Dies ist besonders bei Schichtarbeit wichtig, um den Betriebsablauf nicht zu stören.

Grundsätzlich trägt der Arbeitnehmer das sogenannte Wegeriskio. Das heißt, gibt es beispielsweise Baustellen, einen Bahnstreik, das Fahrrad hat einen Platten oder er verpasst seinen Bus, entschuldigen diese Vorfälle ihn nicht und gehen zu seinen Lasten. Dazu kann auch das Verschlafen zählen, weil beispielsweise der Wecker defekt ist und nicht geklingelt hat.

Es liegt im Ermessensspielraum des Arbeitgebers, ob er das Zuspätkommen duldet oder es abmahnt. Er kann außerdem entscheiden, dass die versäumte Arbeitszeit nachgeholt werden muss oder das Gehalt entsprechend gekürzt wird – egal ob es sich um 5 Minuten oder 2 Stunden handelt. Kommt der Arbeitnehmer mehrfach zu spät, kann dies abgemahnt werden und sogar zur Kündigung führen.