Arbeiten trotz Krankschreibung?

Erkältung, Grippe oder gebrochenes Bein – wer krank ist bleibt zuhause. Doch was ist, wenn ein wichtiges Projekt ansteht? Kann man dann arbeiten trotz Krankschreibung?

Göttingen, 30.12.2016 – Ob ein Arbeitnehmer arbeitsfähig ist, kann er selbst entscheiden und sich somit auch trotz Krankheit ins Büro schleppen. Entscheidet sich der Mitarbeiter trotz Krankschreibung zu arbeiten, kann der Arbeitgeber ihn nicht einfach nach Hause schicken.

Auf jeden Fall gilt: Wer eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hat, kann zuhause bleiben und sich in Ruhe auskurieren, ohne Konsequenzen auf der Arbeit befürchten zu müssen.

Kommt ein Arbeitnehmer dennoch zur Arbeit, kann der Chef zum einen auf die Selbstgefährdung hinweisen. Verbieten kann er ihm die Arbeit aber nicht. Anders sieht es aus, wenn Kollegen oder Kunden gefährdet werden oder die Arbeit nicht mehr ordentlich ausgeführt werden kann. Also sollte beispielsweise ein Angestellter, der schwere Maschinen bedient nicht arbeiten, wenn ihm schwindlig ist oder ein Mitarbeiter im Einzelhandel mit einer heftigen Grippe in Kunden- und Kollegenkontakt kommen. Und eine gebrochene und eingegipste Hand kann dazu führen, dass Arbeiten am Computer nicht mehr ordentlich durchgeführt werden können.

In solchen Fällen, wie dem einer ansteckenden Grippe-Erkrankung muss der Arbeitnehmer seinen Chef über die Art der Krankheit informieren, da er möglicherweise Kollegen damit infiziert hat. Das gilt auch bei anderen ansteckenden Krankheiten. Besonders auch bei der Produktion von Lebensmitteln, die dadurch verunreinigt sein könnten.

Ansonsten gilt: Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet über die Art der Krankheit zu informieren.