Arbeits­recht: Welche Regeln gelten für Nacht­arbeit?

In der Regel beginnt ein Arbeitstag am Morgen und endet am Nachmittag oder Abend. Doch es gibt Berufe, da gehört auch die Nachtarbeit mit dazu, wie beispielsweise im Krankenhaus, bei Sicherheitsfirmen, der Polizei oder Feuerwehr. Das Arbeitsgesetz sieht deshalb besondere Regelungen für die Nachtarbeit vor.

Göttingen, 01.02.2017 – Die nächtliche Arbeit stellt in mehrerer Hinsicht eine besondere Belastung dar. So ist der Biorhythmus häufig völlig durcheinander und soziale Kontakte können darunter leiden. Für Nachtarbeiter gelten deshalb besondere Regelungen. Die fünf wichtigsten Punkte im Überblick:

1. Nacht­arbeiter: Als Nacht­arbeiter gelten dem Gesetz zufolge Arbeit­nehmer, die aufgrund ihrer Arbeitszeit­gestaltung Nachtarbeit in Wechsel­schicht zu leisten haben oder mindestens 48 Tage im Kalender­jahr nachts arbeiten.

2. Arbeitszeit: Als Nachtzeit gilt die Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr morgens, bei Bäckereien und Konditoreien von 22.00 Uhr bis 05.00 Uhr. Während dieser Zeit müssen mehr als zwei Stunden Arbeit anfallen. Dabei darf die Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten. Eine Ausnahmeregelung ermöglicht aber auch bis zu 10-Stunden-Schichten. Nämlich dann, wenn innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von vier Wochen im Durchschnitt eine Arbeitszeit von acht Stunden nicht überschritten wird.

3. Ausgleich: Wer nachts arbeitet hat entweder Anspruch auf einen Freizeitausgleich oder einen Zuschlag. In der Regel gilt der Tarifvertrag. Ist dies nicht der Fall, haben Nachtarbeiter laut Urteil des Bundesarbeitsgerichts einen Anspruch auf einen Zuschlag zum Bruttostundenlohn von mindestens 25 Prozent. Bei besonderer Belastung durch Dauernacht­arbeit werde ein Zuschlag von 30 Prozent fällig (Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 09.12.2015, Az. 10 AZR 423/14).

4. Ausnahmen: Von der Nachtarbeit sind immer ausgenommen werdende oder stillende Mütter.

5. Gesundheit: Wer nachts arbeitet hat einen Anspruch auf eine regelmäßige medizinische Untersuchung. Ist kein Betriebsarzt vorhanden, können sich die Arbeitnehmer die Kosten für einen Arbeitsmediziner erstatten lassen. Bis zum 50. Lebensjahr ist laut Gesetz alle drei Jahre eine Untersuchung vorgesehen, danach jährlich.