Beleidigung des Chefs in sozialen Netzwerken

Die Beleidigung des Chef in sozialen Netzwerken, sollte sich ein Arbeitnehmer zweimal überlegen. Bekommt der Arbeitgeber dies mit, kann es schnell zu einer Abmahnung führen.

Göttingen, 04.11.2016 – Wer sich als Arbeitnehmer in sozialen Netzwerken abfällig oder sogar beleidigend über seine Vorgesetzten äußert, und sei es nur mithilfe von Emoticons, muss mit einer Abmahnung oder sogar einer Kündigung rechnen.

Das gilt auch für eine Beleidigung des Chefs direkt am Arbeitsplatz. Wobei im Einzelfall die genauen Umstände berücksichtigt werden müssen. Beispielsweise Dauer der Betriebszugehörigkeit, zuvor erteilte Abmahnungen, gezeigte Reue, Grund der beleidigenden Äußerung oder bestehende Behinderungen. Eins der wichtigsten Kriterien ist, egal ob im Internet oder persönlich beleidigt wurde, ob der Betriebsfrieden nachhaltig dadurch gestört wird.

Die Gewichtung der Beleidigung hängt von verschiedenen Kriterien ab:

Wurde sie mündlich geäußert, kann dies zugunsten des Arbeitnehmers ausgelegt werden, da sie vermutlich im Affekt oder als Reaktion auf eine Provokation getätigt wurde. Außerdem kann der Arbeitgeber, sollte es keine Zeugen geben, kaum oder gar nicht den genauen Wortlaut, die Uhrzeit und Umstände nachweisen.

Wurde die Beleidigung dagegen schriftlich geäußert, wie in einem sozialen Netzwerk, kann man davon ausgehen, dass sie wohlüberlegt geschrieben wurde. Hinzu kommt, dass sie von einer Vielzahl von Leuten gelesen werden und dadurch erheblichen Schaden anrichten kann. Diese beiden Umstände können zu einer Kündigung führen.

Von Bedeutung ist auch das Umfeld, in dem die Beleidigung geäußert wurde. In einigen Berufen herrscht ein derberer Umgangston, sodass eine Beleidigung dort weniger schwer wiegen kann, als in anderen Berufen.

Und nicht zuletzt spielt auch die Art der Beleidigung eine wichtige Rolle. Eine Kündigung kann allein schon wegen der schwere der Beleidigung gerechtfertigt sein. Dazu zählt nicht nur die verbale Beleidigung, sondern auch die nonverbale, wie beispielsweise durch zeigen des Mittelfingers.