Diskriminierung bei Bewerbung gesetzlich verboten

Wer sich auf eine Stelle bewirbt und diese wegen fehlender Qualifikation nicht erhält oder weil ein anderer Bewerber noch besser geeignet ist, ist eine Sache. Doch was tun, wenn man aufgrund von Hautfarbe, Herkunft, Alter, Geschlecht oder Sexualität nicht eingestellt wird?

Göttingen, 16.08.2016 – Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Benach­teiligungen wegen des Alters, der Rasse, ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung oder der sexuellen Identität.

Sollten Sie nach einem Bewerbungsgespräch – oder bereits davor – den Verdacht haben, dass Sie aufgrund einer dieser Aspekte nicht eingeladen oder eingestellt werden, haben Sie folgende Möglichkeiten sich gegen diese Diskriminierung zu wehren:

1. Schriftlich beim Arbeitgeber beschweren

Fühlt sich ein Bewerber diskriminiert, muss er sich im ersten Schritt schriftlich beim Arbeitgeber beschweren. Entweder beim Personalleiter einer Firma oder einer anderen zuständigen Person. Für die Beschwerde haben Sie zwei Monate Zeit, ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie von der Diskriminierung wissen. Im Schreiben müssen Sie den Verdacht auf eine Diskriminierung vorbringen und Forderungen stellen. Das kann z.B. die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch sein oder aber auch Schmerzensgeld oder Schadenersatz. Lassen Sie sich am besten bei einer Anti-Diskriminierungs-Stelle beraten.

2. Klageerhebung

Sollte ein Arbeitgeber nicht auf Ihre Forderungen eingehen, können Sie den gerichtlichen Weg gehen und eine Klage erheben. Dazu haben Sie drei Monate ab der schriftlichen Geltendmachung Zeit. Vor Gericht reicht es aus Indizien vortragen zu können. Beispiel: Wurde ein älterer Bewerber abgelehnt, reicht es für den Verdacht aus, dass ein jüngerer Bewerber eingestellt wurde. Der Arbeitgeber muss dann beweisen, dass  keine Diskriminierung vorliegt.

3. Schmerzensgeld als Entschädigung

Bei einer erfolgreichen Klage können Sie als Schmerzensgeld bis zu drei Bruttomonatsgehälter erhalten. Die Stelle werden Sie in der Regel nicht bekommen. Ob Sie nun eine Entschädigung erhalten oder nicht; eine Beschwerde wegen einer tatsächlichen Diskriminierung ist nie sinnlos. Denn dadurch wird die Firma vielleicht zukünftig Vorurteile überdenken und sensibler bei der Bewerberauswahl vorgehen.