Paragraphenzeichen vor Medaillen Abmahnfalle Olympia

Markenschutz: So wird Olympia 2016 zur Abmahnfalle

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verpasst Unternehmen, die nicht offizieller Sponsor der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio sind einen Social-Media-Maulkorb. Wer als Unternehmen also unerlaubte Worte, Hashtags und Re-Tweets in den sozialen Medien postet begibt sich geradewegs in eine Abmahnfalle.

Göttingen, 29.07.2016 – Das Portal netzpolitik.org hat sich eingehend mit dem „hyperaktiven Markenschutz“ des IOC auseinandergesetzt und warnt in seinem aktuellen Artikel Unternehmen eingehend davor, mit Firmenaccounts unüberlegte Postings mit Bezug auf RIO2016 zu veröffentlichen.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat an seine Sportler „Spielregeln zum Umgang mit Medien, Werbung und Social Media“ verteilt, in denen geregelt ist, was wie von den Sportlern und Unternehmen in den Sozialen Medien veröffentlicht werden darf. Hauptausschlag gibt dabei die Regel 40 der Olympischen Charta.

Bitte keine Gratulation oder Freude äußern

Schon allein eine Gratulation an eine ortsansässige Sportlerin kann zur Abmahnung führen. netzpolitik.org hat dabei folgendes Beispiel konstruiert:

Wir sind so stolz auf Sportlerin XY, die gerade in #Rio2016 die Goldmedaille geholt hat.

Das IOC geht davon aus, dass der Gartulant sich mit dem Tweet einen Vorteil verschafft. Eine Gratulation sei nichts anderes sei als Werbung für den Gratulanten. So steht es auf Seite 10 der schon genannten „Spielregeln“ des DOSB.

Aber auch Retweets von offiziellen Nachrichtenaccounts (z.B. Tagesschau, heute) mit Fotos von SportlerInnen bei Olympia sind nicht zulässig. Die Regel 40 besagt:

„Nicht-olympische Sponsoren dürfen keinesfalls Social-Media-Inhalte mit olympischen Bezug von IOC/ OCOG RIO2016/DOSB/Deutsche Olympiamannschaft „retweeten“ oder „teilen“.“

Sagen Sie nicht das verbotene Wort

Während der „frozen period“, die bereits am 27.07.2016 begann und bis zum 24.08.2016 andauert, ist es auch untersagt, Worte, die mit Olympia 2016 in Verbindung stehen, in Postings oder Werbungen zu benutzen.

Zu den verbotenen Begriffen zählen unter anderem:

  • Olympische Spiele/Spiele/Sommer
  • Rio 2016/2016/Rio/Rio de Janeiro
  • Gold/Silber/Bronze/Medaille/Podest
  • Deutsche Olympiamannschaft

Aber auch die Wörter „olympisch“, „Olympiade“ sowie das Motto „citius, altius, fortius“ / „faster, higher, stronger“ sind tabu. Da hilft auch keine Übersetzung ins Französische oder andere Sprachen. Das ganze gilt weltweit.

Geldmaschine Sport

Es scheint, dass das Olympische Komitee und der DOSB schon lange vergessen haben, dass es tatsächlich Menschen geben soll, die einfach Spaß und Freude am Sport haben. Das ganze Reglement wirkt mit Blick auf die ganzen Doping- und Bestechungsskandale innerhalb der internationalen Sportverbände doch wirklich lächerlich.

Weitere ausführliche Beispiele gibt es hier.