Hund am Arbeitsplatz – Gleichbehandlungsgrundsatz gilt

Die Gleichbehandlung am Arbeitsplatz gilt nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch für ihre vierbeinigen Begleiter. Alle Mitarbeiter dürfen ihren Hund mit zur Arbeit nehmen, eine willkürliche Benachteiligung ist untersagt. Das entschied kürzlich das Arbeitsgericht in Bonn.

Bonn, 11.09.2017 –  Darf ein Arbeitnehmer seinen Hund mit zur Arbeit nehmen, dann greift der Gleichbehandlungsgrundsatz und jeder Halter darf seinen Hund mitbringen. Nur eine sachliche Begründung des Arbeitgebers lässt es zu Hundehalter unterschiedlich zu behandeln und das Mitbringen eines bestimmten Hundes zu verbieten. So entschied das Arbeitsgericht Bonn am 9. August 2017 (AZ: 4 Ca 181/16).

Der Schäferhund im Forstamt

In diesem konkreten Fall hatte ein Ehepaar geklagt, das in der regionalen Fortsverwaltung arbeitet und seit Jahren seinen Schäferhund mit zur Arbeit gebracht hat. Bisher hatte der Arbeitgeber dies auch geduldet. Als sich das Paar jedoch einen weiteren Schäferhund anschaffte und ebenfalls mit zur Arbeit bringen wollte, wurde dies vom Arbeitgeber verboten.

Begründet wurde dies vom Arbeitgeber damit, dass grundsätzlich nur Jagdhunde im Forstamt gestattet seien, der Schäferhund sei aber ein Hütehund. Dass er bisher mit zur Arbeit genommen werden durfte, sei nur aus „Bestandsschutzgründen“ geduldet worden.

Das Ehepaar klagte und berief sich auf den Gleichbehandlungsgrundsatz, welchen das Arbeitsgericht mit seinem Urteil bestätigte. Da eine sachliche Begründung des Arbeitgebers fehlte, war das Verbot ungültig.

Hund aus Büro verbannt

In einem anderen Fall hatte das Landesarbeitsgericht Düsseldorf sich zugunsten des Arbeitgebers entschieden. Danach durfte der Hund Kaya nicht mehr von seinem Besitzer mit ins Büro genommen werden (Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 24.03.2014, Az. 9 Sa 1207/13).

Zwar hatte der Arbeitgeber grundsätzlich das Mitbringen von Hunden zur Arbeit erlaubt. Allerdings hatte er für Kaya ein Verbot ausgesprochen aufgrund des „gefährlichen sozialen und territorialen Verhaltens“. Andere Mitarbeiter hätten sich subjektiv bedroht gefühlt und sich über Kayas strengen Geruch beschwert. Damit hatte der Arbeitgeber das Verbot ausreichend sachlich begründet.