Zumutbare Bezahlmethoden im Online-Handel anbieten

Wer einen Online-Shop betreibt, ist verpflichtet verschiedene zumutbare Bezahlmethoden gebührenfrei anzubieten. Das entschied der Bundesgerichtshof im Oktober 2017.

Karlsruhe, 01.12.2017 – In einem Online-Shop müssen verschiedene gebührenfreie Bezahlmethoden für den Kunden zu Auswahl stehen. Die Option „Sofortüberweisung“ darf nicht die einzige Möglichkeit sein ohne Gebühren online zu bezahlen. Das entschied der Bundesgerichtshof (Urteil vom 6. 10. 2017, KZR 39/16).

Der Grund dafür ist, dass der Nutzer mit dieser Methode meistens gegen die AGB seiner Bank verstößt. Verbraucherschützer hatten angemahnt, dass bei dieser Bezahlmethode das Login für das Online-Banking und eine TAN an die Sofort AG als zuständigen Zahlungsdienstleister übermittelt werden. Allerdings untersagen die meisten Banken ihren Kunden in ihren AGB die streng geheime PIN bzw. TAN auf anderen Internetseiten als auf denen des eigenen Instituts einzugeben. Somit verstößt ein Kunde, der die Sofortüberweisung nutzt, zwangsläufig gegen die AGB seiner Hausbank.

Der Bundesgerichtshof bestätigte mit seinem Urteil, dass es sich bei der Sofortüberweisung um keine zumutbare Bezahlmethode handelt. Ein Online-Anbieter muss seinen Kunden mindestens eine gebührenfreie und zumutbare Variante anbieten. Demnach kommt die Sofortüberweisung nicht als einzige gebührenfreie Überweisung in Betracht.

Abgesehen von dem Verstoß gegen die AGB seiner Hausbank, gibt der Nutzer sensible Finanzdaten an einen Dritten preis und riskiert damit ein erhebliches Missbrauchsmöglichrisiko. Deshalb können Verbraucher nicht dazu gezwungen werden, ihre Daten einem erhöhten Risiko auszusetzen.