Wann ist eine Geschäftsreise eine Geschäftsreise?

Wer außerhalb seiner regulären Arbeitsstätte ein Dienstgeschäft wahrnehmen muss, der tritt eine Geschäftsreise an. Doch damit verbunden sind viele rechtliche Fragen, beispielsweise: Was gehört davon zur Arbeitszeit?

Göttingen, 27.02.2017 – Grundsätzlich gilt, dass alle Tätigkeiten, die dem eigentlichen Zweck der Geschäftsreise entsprechen, zur Arbeitszeit gehören. Dazu zählen beispielsweise Besprechungen, Fortbildungen und Ausführung von Aufträgen. Diese sind vom Arbeitgeber zu vergüten.

Nicht gesetzlich geregelt ist allerdings die Einordnung der Reisezeit; ob und wie sie vergütet wird. Ausschlaggebend sind in erster Linie die entsprechenden arbeitsvertraglichen, tariflichen oder betrieblichen Regelungen. Ansonsten kommt es auf die Umstände im Einzelfall an.

Verlangt der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer beispielsweise, dass während der Reisezeit eine Arbeitsleistung erbracht werden soll – wie Akten lesen, Telefonate zu führen, Aufbereitung der Ergebnisse einer Tagung – so gilt diese Zeit als Arbeitszeit und muss entsprechend vergütet werden. Das Gleiche gilt, wenn der Arbeitnehmer einer belastenden Tätigkeit, wie selbst Auto fahren, nachgehen muss.
Steht es dem Arbeitnehmer frei, wie er die Reise verbringt, so wird dies als Freizeit gewertet und muss nicht vergütet werden. (Bundesarbeitsgericht, Az. 9 AZR 519/05)

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