Wissenswertes über den Wechsel in Teilzeit

Wer seinen Alltag flexibler gestalten möchte, der nutzt dafür häufig einen Wechsel in Teilzeit. Dadurch entsteht mehr Zeit für Familie, Hobbys und andere Dinge. Doch dabei gibt es für den Arbeitnehmer einiges zu beachten.

Göttingen, 10.01.2017 – Einen Anspruch auf die Verringerung der Arbeitszeit hat theoretisch jeder Arbeitnehmer. Praktisch gibt es aber einige Faktoren zu beachten. Laut §8 im Teilzeit- und Befristungs­gesetz (TzBfG) muss ein Angestellter mindestens sechs Monate beschäftigt und im Unternehmen mehr als 15 Arbeitnehmer tätig sein.

Möchte ein Angestellter in Teilzeit wechseln, muss er bei seinem Arbeitgeber einen Antrag stellen, der mindestens drei Monate vor Beginn der gewünschten Teilzeit vorliegen muss. Außerdem sollte die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit mit angegeben werden.

Anschließend verhandeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber über den Teilzeitwunsch und die zukünftige Verteilung der Arbeitszeit. Spätestens einen Monat vor Beginn der Teilzeit muss die Entscheidung dem Angestellten schriftlich mitgeteilt werden.

Ablehnung aus betrieblichen Gründen

Ein Arbeitgeber kann den Wunsch nach Teilzeit ablehnen. Das steht ihm gesetzlich zu. Allerdings nur dann, wenn betriebliche Gründe vorliegen, also durch die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, der Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb beeinträchtigt wird oder dadurch unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen.

Sollte der Arbeitgeber den Wunsch nach Teilzeit tatsächlich ablehnen, kann der Arbeitnehmer seinen Anspruch auch einklagen. In keinem Fall sollte er seine Arbeitszeit eigenmächtig verringern. Damit würde er eine Abmahnung oder sogar Kündigung riskieren.

Begrenzte Teilzeit möglich?

Ein Anspruch auf eine begrenzte Teilzeit, beispielsweise für ein Jahr, besteht für Arbeitnehmer nicht. Der Wechsel gilt unbefristet. Eine Befristung kann mit dem Arbeitgeber nur durch freiwillige Vereinbarungen getroffen werden. Ein Wechsel zurück in die Vollzeit ist daher nicht ohne weiteres möglich.

Während der Teilzeit ist es Arbeitnehmern allerdings weiter möglich an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Das regelt §10 des TzBfG, wonach allerdings eine Einschränkung vorliegt, nämlich dann, wenn „dringende betrieb­liche Gründe oder Aus- und Weiter­bildungs­wünsche anderer teilzeit- oder voll­zeit­beschäftigter Arbeit­nehmer“ dem entgegen­stehen.