Unternehmen mit dem CSR-Preis 2017 ausgezeichnet

Die Gewinner des CSR-Preises 2017 der Bundesregierung stehen fest. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Berliner Humboldt Carré hat die Bundesregierung am 24. Januar sozial und ökologisch nachhaltig wirtschaftende Unternehmen ausgezeichnet.

Berlin, 30.01.2017 – Der CSR-Preis der Bundesregierung wurde 2017 zum dritten Mal vergeben. Ausgezeichnet wurden die Grohe AG, die Rapunzel Naturkost GmbH und die Gundlach Bau- und Immobilien GmbH & Co. KG. Zudem wurde die Weleda AG mit dem Sonderpreis „Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement“ ausgezeichnet. Den Sonderpreis „Betriebliche Integration von geflüchteten Menschen“ erhielten in diesem Jahr sechs Unternehmen, die stellvertretend für viele andere engagierte Unternehmen stehen. Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles gratulierte als Schirmherrin allen Preisträgern.

Andrea Nahles:Nicht nur innerhalb der deutschen Werkstore, sondern überall auf der Welt müssen Menschenrechte und vereinbarte Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards gelten. Die Preisträger haben gezeigt, dass es möglich ist, soziale Verantwortung und unternehmerischen Erfolg zu verbinden. Sie haben sich getraut, in die Zukunft zu schauen und für ihre Beschäftigten, für die Menschen, die in anderen Ländern für sie arbeiten, für die Umwelt und für ihre Kunden Verantwortung zu übernehmen. Dafür gebührt ihnen unser Dank und unsere Anerkennung.“

Die prämierten Unternehmen sind:

  • Grohe AG, Düsseldorf (Unternehmen ab 1.000 Beschäftigte)

    Der Anbieter von Sanitärarmaturen besticht durch eine ganzheitliche CSR-Strategie, die an internationalen Standards sowie den Sustainable Development Goals ausgerichtet ist und in allen Bereichen umgesetzt wird. Die Grohe AG überzeugt durch ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2020 will Grohe das nachhaltigste Unternehmen der Sanitärbranche weltweit sein. Auf dem Weg dorthin übernimmt das Unternehmen Verantwortung für die Energie- und Wassereffizienz seiner Produkte und adressiert das Thema Dekarbonisierung vorbildlich. Grohe zeigt sich zudem als guter Arbeitgeber mit einem Code of Conduct, der an den ILO-Standards orientiert ist. Insbesondere das Projekt Dual Tech, bei dem in Schwellenländern Sanitärausbildungen dauerhafte Beschäftigungsperspektiven vor Ort schaffen, wurde von der Jury positiv hervorgehoben.

  • Rapunzel Naturkost GmbH, Legau (Unternehmen von 250 bis 999 Beschäftigte)

    Die Rapunzel Naturkost GmbH überzeugt die Jury als traditionell wertegeleitetes Unternehmen, das über die ganze Breite seiner Geschäftstätigkeit soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt. Auch bei der Umsetzung von hohen Standards entlang der Wertschöpfungskette gehört das Unternehmen zu den Vorreitern. Hervorzuheben sind dabei die Bemühungen von Rapunzel, strenge Nachhaltigkeitsstandards auch in der Lieferkette von Palmöl zu berücksichtigen. Durch direkte und langfristige Verträge mit seinen Lieferanten vor Ort kennt Rapunzel die Arbeits- und Produktionsbedingungen und sorgt für Sicherheit, faire Arbeitsbedingungen und Biolandbau. Auch in Bezug auf Arbeitsbeziehungen bewertet die Jury das Engagement von Rapunzel als innovativ und familienfreundlich.

  • Gundlach Bau- und Immobilien GmbH & Co. KG, Hannover (Unternehmen bis 249 Mitarbeiter)

    Die Gundlach Bau- und Immobilien GmbH & Co. KG setzt Themen der Verantwortung systematisch um, formuliert konkrete Ziele über alle Aktionsfelder hinweg und veröffentlicht den Status der Zielerreichung regelmäßig. Herausragend ist das Engagement von Gundlach auch deshalb, weil das Unternehmen als Vorbild für Andere in der für Umwelt- und Klimaschutzaspekte exponierten Bau- und Immobilienbranche dient. Gundlach zeigt zudem mustergültig, wie Klimaschutz und Bauen zusammen passen. Darüber hinaus besticht Gundlach durch ein langjährig gewachsenes Unternehmensengagement und eine gelebte Sozialpartnerschaft.

Sonderpreis Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement

  • Weleda AG, Schwäbisch Gmünd

    Die Weleda AG überzeugt die Jury, weil sie die komplette Lieferkette für natürliche Rohstoffe an dem Standard der Union for Ethical Biotrade (UEBT) ausrichtet. Der UEBT-Standard ist bei Weleda leitend für ein Nachhaltigkeitsmanagement, das die Beachtung von ökologischen und sozialen Standards in der Lieferkette sicherstellt. Der Hersteller von Naturkosmetik arbeitet an einer vollständigen Rückverfolgbarkeit und ist insbesondere auch in die Trainings der Auditoren involviert. Das Unternehmen trägt mit veränderten Anbaumethoden zur Steigerung der Biodiversität bei und verbessert die wirtschaftliche Situation der Kleinbauern. Beeindruckt hat die Jury insbesondere auch die sehr individuelle Herangehensweise an länder- und situationsspezifische Probleme in der Lieferkette, die die Infrastruktur und Lebensbedingungen vor Ort berücksichtigt.

Sonderpreis Betriebliche Integration von geflüchteten Menschen

Den Sonderpreis „Betriebliche Integration von geflüchteten Menschen“ erhalten in diesem Jahr sechs Unternehmen, die stellvertretend für viele andere engagierte Unternehmen stehen. Unternehmen, deren Geschäftsführung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz selbstverständlich fremde Menschen aufnehmen, sie unterstützen und zu einem Teil unserer Gesellschaft machen.

  • Die Bayerische Blumenzentrale (Vaterstetten/Parsdorf),
  • die boeba Montagen- und Aluminium-Bau GmbH (Berlin),
  • die ESTA Apparatebau GmbH & Co. KG (Senden),
  • der Milchviehbetrieb Wolters/Bauernkäserei Wolters GmbH (Uckerland),
  • die mevanta Pflegegesellschaft mbH (Berlin) und
  • die Schmauder & Rau GmbH (Kirchheim/Teck)

werden ausgezeichnet, weil sie dort helfen, wo Unterstützung besonders nötig und wirkungsvoll ist. Über Praktika, Ausbildungsplätze und Festanstellungen bieten sie Menschen Perspektiven, die ihre Heimat verlassen mussten und hierher gekommen sind, um Schutz zu finden. Über die Arbeitsstelle hinaus helfen sie, die Sprache zu erlernen, unsere Kultur besser zu verstehen, Behördengänge zu meistern und auch in der Freizeit Anschluss zu finden. Damit zeigen die Unternehmen vorbildhaft, wie Engagement Vorurteile abbauen, Menschen begeistern und eine Gesellschaft bereichern kann.

Der CSR-Preis der Bundesregierung

Mit dem CSR-Preis zeichnet die Bundesregierung seit 2013 herausragende Beispiele gesellschaftlicher Verantwortung und verantwortungsvoller Unternehmensführung aus, um somit weitere Anreize für Unternehmen zu schaffen, das eigene Wirtschaften nachhaltig auszurichten. Ausgezeichnet werden Unternehmen, die vorbildlich faire Geschäftspraktiken und eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik umsetzen, natürliche Ressourcen sparsam nutzen, Klima und Umwelt schützen, sich vor Ort engagieren, Verantwortung auch in der Lieferkette übernehmen und besonderes Engagement bei der Integration geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt zeigen.

Besonderer Wert wird bei der Methodik des Preises auf die Einbettung von verantwortungsvollem Handeln in die Gesamtstrategie eines Unternehmens gelegt. Unternehmen müssen deshalb in ihrer Bewerbung (Management-Befragung) umfassende Angaben zu den fünf Aktionsfeldern „Unternehmensführung“, „Markt“, „Arbeitsplatz“, „Umwelt“ und „Gemeinwesen“ machen. Großes Augenmerk gilt der Frage, wie wirkungsvoll CSR-Strategien und -Maßnahmen sind. Auch die anschließende Befragung der Stakeholder spielt bei der Auswertung und Entscheidung über die Preisträger eine zentrale Rolle.

Die Entscheidung wird durch eine prominent besetzte Jury getroffen, die sich aus den Mitgliedern des Nationalen CSR-Forums der Bundesregierung zusammensetzt.

Im Vorfeld der feierlichen Preisverleihung hat im Humboldt Carré in Berlin ein CSR-Praxistag für kleinere und mittlere Unternehmen stattgefunden. Dort tauschten sich ca. 200 Unternehmerinnen und Unternehmer zu den Themen verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement und CSR-Berichterstattung aus. Viele gute Beispiele aus kleinen und großen Unternehmen boten den Gästen eine Lernplattform und gaben konkrete Einblicke beispielsweise in die Umsetzung von Nachhaltigkeitsanforderungen durch den Einkauf sowie in die Berichterstattung über soziale und ökologische Auswirkungen entlang der Lieferkette.

Weitere Informationen auf www.csr-in-deutschland.de