Personalberaterbranche im Aufwind

Der Branchenumsatz der Personalberater ist 2015 um 6,8 Prozent auf 1,80 Milliarden Euro gestiegen. Auch für 2016 sind die Personalberater optimistisch. Dabei sind Kandidatinnen und Kandidaten für Vertriebs- und Marketingpositionen besonders gefragt. Das zeigt die Marktstudie „Personalberatung in Deutschland 2015/2016“, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) in Auftrag gegeben hat.

Bonn, 13.05.2016 – Der Branchenumsatz der Personalberater steigt stetig. Waren es 2014 noch 1,70 Milliarden Euro, sind es in 2016 bereits 1,80 Milliarden Euro. Dabei konnten rund 57.400 Führungspositionen und Spezialisten in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung mithilfe der Personalberater neu besetzt werden. Für 2016 wird ein Umsatzplus von 8,4 Prozent erwartet.

Das sind die zentralen Ergebnisse der Marktstudie „Personalberatung in Deutschland 2015/2016“, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Vorgestellt wurden die Ergebnisse am Mittwoch im Rahmen des Branchenkongresses „Deutscher Personalberatertag“ auf dem Petersberg bei Bonn.

Wandel in der Personalberaterbranche

Die Studie zeigt neben dem Umsatzwachstum aber auch einen deutlichen Wandel in der Branche. Immer gefragter sind demnach Qualitätsanbieter, also Personalberater, die mithilfe von vielfältigen Suchmethoden und ausgefeilten Beurteilungsmethoden das passende Personal für Unternehmen finden und gewinnen können.

BDU-Vizepräsidentin Dr. Regina Ruppert: „In einem fundierten Personalauswahlprozess durch Personalberater steht die grundsätzliche Eignung eines Kandidaten für ein Unternehmen im Mittelpunkt. In einer ganzheitlichen Evaluierung wird auch geprüft, welche langfristigen Karriereperspektiven Kandidaten besitzen. Am Ende profitieren die Unternehmen von neuen Mitarbeitern, die zur Stellenbeschreibung und zur Unternehmenskultur passen. Demgegenüber steht der rein statusorientierte Abgleich zwischen Kandidatenprofil und aktuellem Stellenprofil durch Personaldienstleister.“

2015 waren besonders Führungskräfte und Spezialisten für Unternehmenspositionen im Marketing und Vertrieb gefragt. Gefolgt von Positionen im obersten Management und der Unternehmensleitung sowie IT-Spezialisten.

Aufschwung durch verarbeitendes Gewerbe

Ausschlaggebend für die positive Entwicklung der Personalberaterbranche in 2015, war das Wachstum der Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie. Beide konnten mit einem Zuwachs von 8,8 bzw. 8,2 Prozent deutlich zur Marktentwicklung der Recruitingspezialisten beitragen. Genauso wie die Branchen Telekommunikation, Information, Medien, Entertainment (TIME) mit einem Umsatzplus von 8,3 Prozent und einer hohen Einstellungsbereitschaft.

Auch für 2016 geht die Studie davon aus, dass aus dem verarbeitenden Gewerbe durchgängig Geschäftsimpulse kommen und der Anteil von etwa 46 Prozent am Gesamtumsatz der Personalberaterbranche erhalten bleibt. Vor allem im Maschinenbau (+ 9,6 Prozent) und der Chemie-/Pharma-Branche (+ 8,7 Prozent) soll es voraussichtlich besonders viele Suchaufträge geben. Doch auch andere Branchen sollen zur positiven Entwicklung beitragen, wie beispielsweise Healthcare (+ 9,9 Prozent), Professional Services (+ 9,7 Prozent) und Fahrzeugbau (+ 8,1 Prozent). Die sich daraus ergebende positive Markteinschätzung mit einer Wachstumsprognose von 8,4 Prozent, wird von den Marktteilnehmern aller Umsatzklassen getragen. 70 bis 78 Prozent haben eine positive Umsatzprognose abgegeben.

Durch Personalberater und Social Media Stellen besetzen

In 2015 wurde laut Studie jede zweite Position durch eine Kombination aus Personalberater, mit Direktansprache, Anzeigensuche und Social Media sowie Datenbanken besetzt (Anteil 2014: 43 Prozent). Damit wird diese Suchmethode so häufig angewendet wie nie zuvor. Wolfram Tröger, Vorsitzender BDU-Fachverband Personalberatung: „Besonders bei der Suche nach Spezialisten und Kandidaten unterer Managementebenen sind diese verknüpften Identifizierungs- und Ansprachemöglichkeiten nicht mehr wegzudenken.“  Der alleinige Einsatz von Personalsuchanzeigen spielt in der Berufspraxis der Personalberater kaum noch eine Rolle: Nur noch vier Prozent der Stellenbesetzungen erfolgten über diese Suchmethode.