Jeder dritte Angestellte will Arbeitgeber wechseln

Der Kölner Karriere-Coach Dr. Bernd Slaghuis hat rund 1.500 Angestellte aus ganz Deutschland in einer Online-Erhebung befragt, wie zufrieden sie in ihrem Job sind und welche Karriereziele sie für 2016 haben. Eine Kernaussage ist: Jeder dritte Angestellte will in diesem Jahr den Arbeitgeber wechseln.

Für Zwei Drittel ist ein Arbeitsplatzwechsel 2016 ein Wunsch
Für Zwei Drittel ist ein Arbeitsplatzwechsel 2016 ein Wunsch

Köln, 20.01.2016 – Die Studie des Kölner Karriere-Coachs Dr. Bernd Slaghuis zeigt: Die rund 1.500 befragten Angestellten sind mehrheitlich mit ihrem Arbeitsplatz in den letzten drei Jahren zufrieden. Etwa drei Viertel gaben an ‚zufrieden‘ bis ‚hoch zufrieden‘ zu sein. Ein Grund deswegen im Unternehmen zu bleiben, ist das aber nicht. Denn die Studie zeigt, dass jeder dritte Arbeitnehmer mit hoher Wahrscheinlichkeit den Arbeitsplatz noch in diesem Jahr wechseln möchte.

Eine Erklärung dafür sei zum einen, so Slaghuis, dass Arbeitnehmer in Zeiten einer guten Arbeitsmarktlage auch gerne ihren Job optimieren möchten. Ein weiterer Punkt ist die Flexibilität, die die Unternehmen immer mehr von ihren Angestellten erwarten. Doch das habe auch eine Kehrseite: „Sie zeigen ihrem Arbeitgeber deutlich schneller die kalte Schulter als früher und suchen sich einen anderen Job“, erlebt der Karriereexperte immer wieder.

Viele Arbeitnehmer zufrieden im Job

Frühere Studien zeigten immer wieder eine hohe Unzufriedenheit und einen regelrechten Jobfrust. Die Online-Befragung des Kölner Karriere-Coachs kommt zu einem etwas anderen Ergebnis. Zwar sind vor allem die 40 – 49-Jährigen in ihrem Job unzufrieden, die unter 30-Jährigen sind dagegen sehr zufrieden mit ihren Arbeitsverhältnissen. „Insgesamt überrascht die doch recht hohe Gesamtzufriedenheit der Befragten nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Work-Life-Balance- und Burnout-Diskussionen in den letzten Jahren“, erklärt Bernd Slaghuis.

Berufliche Weiterbildung

Das größte Karriereziel für die Befragten ist die berufliche Weiterbildung. Drei Viertel gaben an, sich in diesem Bereich 2016 besonders zu engagieren und finden, dass sie, im Vergleich zu ihrer persönlichen Entwicklung, dort Nachholbedarf hätten. Ein Grund dafür ist, dass etwa 70 Prozent ihre Karriere mit Selbstverwirklichung verbinden und deswegen immer wissenshungriger in ihrem Job werden.

„Die Arbeitnehmer haben erkannt, dass sie im Spannungsfeld von Komplexität, Dynamik und Digitalisierung mithalten und sich für den Arbeitsmarkt fit halten müssen“, berichtet Dr. Slaghuis. Die fachliche Anerkennung und als Experte in seinem Berufsfeld zu gelten, sei deswegen auch ein wichtiger Faktor für die Weiterbildungswünsche der Befragten.

Sicherheit im Beruf

Vor allem jüngere Arbeitnehmer wünschen sich mehr Sicherheit im Beruf. Und auch wenn es im ersten Moment wie ein Widerspruch zu den angeblichen Bedürfnissen der Generation Y zu sein scheint, ist die Job-Sicherheit für rund zwei Drittel der unter 30-Jährigen besonders wichtig. Slaghuis dazu: „Viele junge Arbeitnehmer wünschen sich zwar Flexibilität, Entscheidungs- und Handlungsfreiheit im Beruf, doch hierfür benötigen sie von ihren Chefs feste Leitplanken, die ihnen Halt und Orientierung und damit Sicherheit in einem zunehmend durch Veränderung und Schnelligkeit geprägten Umfeld geben.“ Dagegen nimmt das Bedürfnis nach Job-Sicherheit, laut Studie, mit zunehmendem Alter ab.