Abfindungshöhe bei einem Aufhebungsvertrag

Zwar gibt es keine gesetzliche Verpflichtung eine Abfindung bei einer betriebsbedingten Kündigung zu zahlen, allerdings kann es durch einen Aufhebungsvertrag zu einer Zahlung kommen. Wie hoch diese ausfällt, ist aber nicht beliebig, es haben sich mit der Zeit bestimmte Faustregeln etabliert.

Göttingen, 13.02.2017 – Kommt es aufgrund einer betriebsbedingten Kündigung zu einem Aufhebungsvertrag, also einigen sich Arbeitgeber und Arbeitgeber einvernehmlich über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, erhält der Arbeitnehmer eine Abfindung.

Dabei sollte er sich im Klaren darüber sein, dass der Arbeitgeber diese nicht uneigennützig anbietet, sondern in der Regel verhindern möchte, dass sich der Arbeitnehmer ungerecht behandelt fühlt und einen Rechtsstreit beginnt. In diesem Fall kämen weit höhere Kosten und ein ungewisser Prozessausgang auf den Arbeitgeber zu.

Augen auf beim Aufhebungsvertrag

Stimmt der Arbeitnehmer einem Aufhebungsvertrag zu, kann er im Nachhinein keinen Rechtsstreit mehr beginnen. In diesem Fall sollte er auf eine Abfindung drängen, da er auch nicht weiß, wann er wieder angestellt sein wird. Noch bevor es allerdings zu Verhandlungen über die Höhe der Abfindung kommt, sollte der Arbeitnehmer den Aufhebungsvertrag anwaltlich prüfen lassen. Andernfalls kann er übersehen, dass beispielsweise Sperrzeiten bezüglich des Arbeitslosengeldes geben kann.

Abfindung berechnen

Um die Höhe der Abfindung zu berechnen, hat sich eine Faustregel etabliert: Sie beträgt ein halbes Brutto-Monatsgehalt des Arbeitnehmers, multipliziert mit der Anzahl der Jahre, die der Arbeitnehmer in dem Unternehmen tätig war.

Als Beispiel: Hat der Arbeitnehmer beispielsweise 3.000 Euro erhalten und war zehn Jahre im Unternehmen angestellt, sollte ihm eine Abfindung von mindestens 15.000 Euro gezahlt werden.

Was man aber nie vergessen darf: Der Arbeitgeber möchte sich durch eine Abfindung quasi frei kaufen. Hat er den Arbeitnehmer zuvor schlecht behandelt und kann dies belegt werden, steigen automatisch die Chancen des Arbeitnehmers vor Gericht. In diesem Fall kann der Arbeitnehmer ruhigen Gewissens die Abfindungsforderungen deutlich höher ansetzen.