Auftragsrückgang im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe im Juni

Sowohl im produzierenden, als auch im verarbeitenden Gewerbe verzeichnete das Statistische Bundesamt im Juni einen Rückgang der Aufträge.

Berlin, 10.08.2018 – Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Juni gegenüber dem Vormonat um 4,0 Prozent gesunken. Die Bestellungen aus dem Inland und dem Euroraum verringerten sich um 2,8 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent. Bei den Aufträgen aus dem Nicht-Euroraum kam es zu einem Rückgang um 5,9 Prozent. Der Anteil an Großaufträgen war für einen Juni unterdurchschnittlich.

Für das zweite Quartal insgesamt ergab sich ein Orderminus von 1,6 Prozent. Ausschlaggebend hierfür war ein Minus bei den Investitionsgütern von 3,5 Prozent. Während die Bestelltätigkeit beim gesamten Verarbeitenden Gewerbe aus dem Inland und dem Euroraum um 2,0 Prozent beziehungsweise 4,9 Prozent abnahm, erhöhte sie sich aus dem Nicht-Euroraum um 1,0 Prozent.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe waren im laufenden Jahr, abgesehen von einem deutlichen Anstieg im Mai, schwach. Dadurch sind die Orders im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem zweiten Halbjahr 2017 um 1,5 Prozent gesunken. Allerdings war es in der zweiten Jahreshälfte 2017 mit + 4,7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 zu einem sehr kräftigen Auftragsplus gekommen. Bei der Entwicklung am aktuellen Rand dürften auch Verunsicherungen durch die Handelspolitik eine Rolle gespielt haben. Der Auftragsbestand ist weiterhin sehr hoch und das Geschäftsklima trotz Eintrübung noch deutlich im positiven Bereich.

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Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent gesunken. Im Baugewerbe gab die Produktion mit -3,2 Prozent stärker nach als in der Industrie mit -0,8 Prozent. In der Industrie fiel der Rückgang im Bereich Konsumgüter mit -1,6 Prozent am deutlichsten aus. Bei Vorleistungs- und Investitionsgütern wurden Produktionseinbußen von 0,8 Prozent beziehungsweise 0,6 Prozent verzeichnet.

Für das zweite Quartal insgesamt ergab sich ein Anstieg der Produktion im Produzierenden Gewerbe von 0,4 Prozent. Während die Industrieproduktion um 0,3 Prozent ausgeweitet wurde, gab es im Baugewerbe eine stärkere Zunahme von 1,6 Prozent.

Die Konjunktur im Produzierenden Gewerbe hat nach der Stagnation im Jahresanfangsquartal im zweiten Quartal sowohl in der Industrie als auch im Baugewerbe wieder Fahrt aufgenommen. Allerdings ist ein kleinerer Gang eingelegt als im Vorjahr. Trotz zögerlicher Auftragseingänge dürfte sich der Aufschwung im Produzierenden Gewerbe mit moderatem Tempo fortsetzen. Die Auftragsbestände von Industrie und Baugewerbe sind weiterhin sehr hoch und das Geschäftsklima liegt trotz Eintrübung noch deutlich im positiven Bereich.

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